Reisetagebuch Frankreich 2019


Bilderalbum Frankreich 2019 Teil I

Bilderalbum Frankreich 2019 Teil II

 

 

Da haben wir aber am Morgen des 4. Mai nicht schlecht gestaunt. Die Wetterfrösche haben recht behalten und Wehr war in ein unschuldiges Weiß gehüllt. Dieses schöne Bild war an diesem Morgen allerdings für uns nicht der unbeschwerte Genuss, der er sonst gewesen wäre. Wir wollten doch heute auf unsere Frankreichtour gehen und jetzt das. Das fertig gepackte Wohnmobil stand auf dem Hof und zwar ebenfalls schneebedeckt.

 

Kaltstart in Wehr

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Was für ein Start und die Ungewissheit darüber, was uns unterwegs noch alles erwartet nagte an uns. Der dichte Schneefall hat uns nebenbei dank unserer überempfindlichen Satellitenschüssel von allen Informationen über das Wetter und den Straßenzustandsbericht auf unserer geplanten Route im Unklaren gelassen. Weder das Fernseh- noch das Radiosignal drangen durch die dichten Schneewolken und den heftigen Schneefall hindurch. „Kein Signal“ war die Antwort auf unsere Suche über alle Kanäle auf dem Bildschirm. Nun gut, keine Diskussionen, wir stürzen uns in unser erstes Reiseabenteuer 2019.

 


Der Winter begleitet uns noch ein wenig durch die Eifel Richtung Luxemburg

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Nachdem wir in Trier die winterliche Eifel hinter uns gelassen haben und in Wasserbillig unsere Vorräte an Diesel, Baguette und Zigaretten aufgefüllt hatten machten wir unseren Weg  ohne weitere Wetterprobleme über die mautfreien Autobahnen durch Luxemburg und Lothringen bis Nancy. Regen ja, das war um diese Jahreszeit nichts Ungewöhnliches. Den gab es reichlich aber der konnte uns nichts anhaben.

Gegen 16.00 Uhr erreichten wir unseren Campingplatz „Navarre“ in Langres. 2 ° C Außentemperatur und leichter Schneefall lud uns nun nicht gerade zu einem samstäglichen Stadtbummel ein. Wir wetterten das Ganze gelassen im geheizten Zuhause auf Rädern ab und berieten, wie es denn nun weitergehen konnte. Da unser sommerbereiftes Fahrzeug für winterliche Straßenverhältnisse absolut untauglich war beschlossen wir, auf die landschaftlich bestimmt schönere Route durch die Auvergne aus Sicherheitsgründen zu verzichten und stattdessen den Weg über die mautpflichtige „Autoroute des Soleil“ über Lyon durchs Rhonetal zu nehmen. Die dafür fälligen rd. 80.- € für unser Gefährt der Tarifklasse II waren immer noch ungleich billiger als uns an einem evtl. Schneeunfallsschaden zu beteiligen. Der hätte uns nach dem Kleingedruckten in unserem Wohnmobilmietvertrages bis zu 1000.- € Selbstbeteiligung gekoset. Nein, die Risiken erschienen uns einfach zu groß, als unser ursprüngliches Vorhaben auf der Auvergneroute auf Biegen und Brechen durchzusetzen. Das winterliche Wetter in Langres auf ca. 300 Höhenmetern bot uns vielleicht nur einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns die A 75 über Clermont- Ferrand und Issoire nach Montpellier zu bieten gehabt hätte. Die mautfreie A 75 durch die Auvergne schraubt sich nämlich stellenweise auf über 1.100 Höhenmeter über NN hinauf.

So sah das auch unser Campingplatzwart in Langres, der mit seiner Heimat bestens vertraut war, anders als wir. Nein, sagte er, mit Sommerreifen jetzt über die A 75, das geht auf gar keinen Fall.

Wir befragten das Navi und das spuckte uns ca. 580 Autobahnkilometer und gut 5,5 Stunden reine Fahrzeit für die alternative Route bis zum Ziel unserer diesjährigen Urlaubsträume Frontignan-Plage durch das Rhonetal aus.

 

 

Das war für uns als Tagesetappe o.k. und so ging es am Sonntagmorgen weiter Richtung Süden auf der Direttissima durchs Rhonetal.

 


Wir haben die Autobahn fast für uns alleine

 

Der Verkehr auf dieser Route war an diesem LKW-freien Sonntag weniger als mäßig und wir kamen zügig bis Lyon voran.

Lyon ist allerdings auch sonntags ohne LKWs ein richtiges Nadelöhr, das wir heute streckenweise im Schrittempo aber dennoch staulos durchfahren konnten.

Worüber das Navi allerdings keine Auskunft gab war, dass sich just zu dieser Jahreszeit der legendäre Wind namens "Mistral" ungestört von Nord nach Süd durch das Rhonetal austobt. Dieses Erlebnis wurde bei uns wieder wach, als der Mistral uns vor zwei Jahren in Avignon als Fußgänger fast von der Brücke über die Rhone geweht hatte. Solange die Autobahn der Windrichtung von Nord nach Süd folgt ist der Wind eigentlich kein Problem. Im Gegenteil, er schiebt unser Gefährt spritsparend vor sich her. Aber die Autobahn folgt nicht auf ihrer gesamten Länge dieser Ideallinie Nord-Süd, sondern weicht zwischendurch auch schon mal leicht nach Osten oder Westen ab. Das nutzte der heftige Mistral dann aber auch gnadenlos aus, um unser seitlich ca. 3x7 Meter großes Wohnmobil von der Seite anzugreifen. Diese teils recht heftigen Angriffe erforderten zwischendurch dann auch schon mal beherzte Gegenlenkmanöver. Permanent höchste Wachsamkeit war also geboten. Aber ich sagte mir, wer uns nicht umwirft macht uns nur noch härter. Und je weiter wir nach Süden kamen, umso häufiger bekam ich die Kommentare meiner Beifahrerin zu hören: „ Ich meine.das wird immer schlimmer statt besser.“ In der Tat, es war so aber am Ende war alles gut.

 

Gegen 16.00 Uhr waren wir an Ort und Stelle, bekamen auf unserem schon vertrauten Campingplatz „Tamaris“ in Frontignan-Plage ein feines Plätzchen und können jetzt die nächsten 9 Tage wirklich entspannen.

 


Ein kleines, feines Abendessen
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Nach einem kleinen und recht feinen kalten Abendessen und unserem obligatorischen abendlichen Gläschen Weinschorle ließen wir diesen vom Ablauf her ungeplanten Tag noch einmal Revue passieren und stellten einvernehmlich fest, wir haben heute alles richtig gemacht. Während  ich diese Zeilen schreibe ist nach meiner Frau auch der Wind eingeschlafen. Um uns herum ist alles total ruhig und wir sehen einem entspannten Tag entgegen, für den wir uns nichts aber auch gar nichts vorgenommen haben. Wir wollen uns jetzt erst einmal Akklimatisieren. Einfach „ankommen“ und nicht zu weit voraus denken, das ist die Devise auch für die kommenden Tage.

Am Montagmorgen konnten wir feststellen, dass der „Montagne“ über Nacht ganze Arbeit geleistet hatte. „Montagne“, so heißen hier die Winde ca. 80 km westlich des Rhonedeltas, der Hauptroute des Mistral als  noch deutlich spürbare Ausläufer des Mistral. Sämtliche Wolken hat der Montagne hier also weit nach Süden aufs Mittelmeer hinaus geblasen und so Platz geschaffen für die Sonne am folgenden Tag.

Die hat über Tag dann ungehindert ganze Arbeit geleistet und das Thermometer bis zum Nachmittag auf angenehme ca. 21° C hoch getrieben. Der erste Strandspaziergang am kilometerlangen Sandstrand,auf den sich außer zwei Anglern nur sehr wenige Leute verliefen, brachte uns direkt auch fette Beute für unsere heimische Muschelsammlung. Tiefblau färbte der fast wolkenlose Himmel das Meer. Ein wahrer Genuss, dieses Bild auf sich wirken zu lassen.

 


Sonne, Sand und tiefblaues Meer direkt vor unseren Nasen

 

Unser kleines Geschäftchen auf dem Campingplatz bot uns wie immer frisch gebackenes Baguette, das wir am Abend mit wohlriechendem Käse und etwas Wurst zu einem guten Gläschen Wein verzehrten. So ging unser erster perfekter Urlaubstag zu Ende.

Der nächste Morgen bot das gleiche Bild. Der wunderschöne Sonnenaufgang tauchte die Landschaft in dieses samtweiche, ewas rötlich schimmernde Licht, für das schon die Impressionisten schwärmten und es kunstvoll auf ihre Leinwände bannten.

Nach den gestrigen 30 kostenlosen Schnupperminuten im Internet besorgte ich mir heute den tadellos funktionierenden Zugang über das WLAN Netz, der unsere Reisekasse für eine Woche mit 15.- € schlappen Euros belastete. Neben dem Zugang in die Nachrichtenwelt bot der uns auch die Gelegenheit, den Kontakt zu unseren Lieben zuhause zu halten. Aus unserer Sicht eine gute Investition.

Morgen am 8. Mai begehen die Franzosen ähnlich wie andere sogenannte Siegermächte das Ende des II. Weltkrieges mit einem Feiertag. Alle Geschäfte sind geschlossen und die Restaurants dienen sich ihren Gästen mit den auch von den Preisen her üppigen Sonntagsspeisekarten an. So wollen auch wir nicht die Feiertagsruhe und die damit verbundenen Gefallenenehrungen stören und verbringen einen weiteren Tag auf unserem Platz.

Für Donnerstag steht dann der erste Ausflug nach Aigues Mortes auf unserem Programm, verbunden mit einer kleinen Shoppingtour um unsere Wein- und Lebensmittelvorräte wieder aufzufüllen. Aber alle Planungen über den Tag hinaus stehen natürlich unter einem gewissen Wettervorbehalt.

Der Mittwoch brachte nun auch tatsächlich den vorhergesagten Regen und einen wieder stärker werdenden Wind. Kein Wetter für draußen also. Aber solche Tage gehören zu solch einer Reise dazu.



Kein Wetter für draußen

 

Ich tröste mich mit der Notwendigkeit des Regens, denn ohne ihn kein Leben und ohne Leben kein Wein. Und ein Leben ohne Wein, was ist dass denn?

Laut Wettervorhersage soll es morgen ja schon weder sonnig und warm werden. Und dazu trägt der Wind bestimmt seinen Teil bei, vertreibt der doch auch die Regenwolken.

Und tatsächlich, der Wind hat in der Nacht erneut ganze Arbeit geleistet und alle Regenwolken weg gepustet. Also stand von daher unserem kleinen Ausflug nach Aigues Mortes nichts im Wege.Rasch waren die rd. 50 km auf verkehrsarmen Nebenstraßen abgespult und der große Wohnmobilparkplatz in unmittelbarer Nähe der alten Stadtmauer erreicht.

 

Auf dem Weg ins Städtchen

 

Nach wenigen Schritten waren wir von hier in der Altstadt und steuerten als erstes das uns bereits bekannte kleine Olivenöll Lädchen an. Hier und im Seifenladen besorgten wir auch die Mitbringsel für unsere Lieben zuhause, die uns bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Reise zur Seite gestanden haben. Danach verließen wir aber auch schon wieder diesen Ort, der bereits jetzt am Morgen zunehmend von der täglichen Touristenschar begann überflutet zu werden.

Weiter ging es in Richtung Les Saint Maries de la Mer, wo wir auf etwa halber Strecke das uns von früher bekannte Restaurant „La Ceinture“ für das Mittagessen ansteuern. Wie gerne hätte ich auf dem Weg hierher einen Fotostopp gemacht um die Camarguepferde oder die Flamingos für meine Bildersammlung einzufangen, die sich an beiden Seiten der Straße bewegten. Aber es gab einfach keine Parkmöglichkeit am Straßenrand und so mussten wir weiter fahren, vorbei an diesen so typischen Sehenswürdigkeiten der Camargue .

Unser Mittagessen, naja, es ging so und stand dem schlechten Service in nichts nach. 30 Minuten, für uns eine gefühlte Ewigkeit, saßen wir vor unseren leer gegessenen Tellern und warten auf das Dessert zu unserem Menü. Nein, das war wirklich nichts.

 

Ziemlich enttäuscht setzten wir unsere Fahrt nun in die entgegengesetzte Richtung zurück fort.

Tanken in Frankreich ist ganz überwiegend vollautomatisiert und die allermeisten Tankstellen arbeiten ohne Personal. Da nicht alle Tankstellen unsere EC – Karten akzeptieren (z.B. derzeit Agip nicht) und Barzahlung mangels Personal nicht möglich ist, wurde tanken bereits im letzten Jahr für und zum Vabanquespiel. In Frontignan aber, so wusste ich vom vergangenen Jahr, gibt es eine Texaco Tankstelle die meine EC Karte akzepiert. Also machten wir einen kleinen Abstecher ins Städtchen um zu tanken. Ein Schreck fuhr uns in die Glieder, denn die Tankstelle war wegen massiver Umbauarbeiten geschlossen. Nein, heute ist vielleicht doch nicht unser Tag. Am Ende der Stadt vor dem großen Intermarche Supermarkt gab es aber noch eine für mich No Name Tankstelle und hier versuchte ich mein Glück. Wieder vollautomatisch, aber mit mehrsprachiger Bedienungsanleitung. Unter anderem beherrschte der Automat auch Deutsch, wenn auch sehr gebrochen und nur bis zur Hälfte des Tankvorgangs. Den Rest überwand ich mit meinen rudimentären Französischkenntnissen und es hat tatsächlich geklappt. 50 Liter Diesel spukte der Automat in unseren Tank und quittierte diese mit einem Beleg über 87.- €. Die Weiterreise war also von daher gerettet.

Wohlbehalten und erleichtert, nicht nur um das Spritgeld, erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 21 ° C unseren Platz. So, hier geht es nun gleich zu unserem kleinen Camingplatzsupermarkt. Frisches Baguette und Roséwein stehen heute noch auf unserem Einkaufszettel. Dann etwas Sundownern und ein kleines Abendbrot. So wollten wir diesen Tag heute ausklingen lassen und morgen soll es auch wieder schön am Meer werden.

Doch daraus sollte erst einmal nichts werden. Schon bei unserer Ankunft am Nachmittag haben wir festgestellt, dass sich die tags zuvor angekündigten Reparaturarbeiten an der Wasserversorgung des Platzes verzögerten, die lt. dem Aushang von 10.00-12.00 Uhr dauern sollten und danach in dieser Zeit kein Wasser zur Verfügung stand. Nicht nur, dass es an den Zapfhähnen kein Wasser gab, nein auch die Duschen und Toiletten funktionierten nicht. Einige Leute ignorierten diesen Hinweis und benutzten die Toiletten dennoch mit den entsprechenden Folgen. Die haben tatsächlich erst einmal alles ohne Spülmöglickeit zugeschissen!

Naja, diese Leute sterben nicht aus. Doch auch unser Supermarktmann konnte sein nachmittägliches Backprogramm wegen Wassermangel nicht durchziehen und so gab es am Abend nicht nur kein frisches Brot sondern gar keins. Da wir am Mittag zwar nicht besonders gut aber üppig gegessen hatten fiel uns der Verzicht auf das Abendbrot nicht schwer.

 

Die Rezeption gab uns einen Notfallplan für die Wasserversorgung mit, in dem verschiedene Mobilbungalows über den Platz verstreut markiert waren, in denen man Wasser bekam und die Toilette benutzen konnte. Gott sei Dank brauchten wir beides nicht. Anstatt aber die ganze Nacht ohne Wasser gelang es den Handwerkern dann doch bis zum Abend gegen 20.00 Uhr die Wasserversorgung wieder herzustellen. So war auch dieses Problem gelöst und wir konnten entspannt einem weiteren, sonnigen und erholsamen Urlaubstag entgegen sehen.
Dieser begann mit strahlendem Sonnenschein und tiefblauem Himmel.Wir nutzten ihn zur Entspannung und genossen die Sonne und die angenehmen Temperaturen. Ein kleiner Rundgang über den Platz und ein Spaziergang am Meer entlang ließen für uns auch diesen Tag nicht zu lang werden.

 

Am Nachmittag richtete sich auf dem benachbarten Platz ein englisches Ehepaar etwa in unserem Alter ein und wir kamen ins Gespräch. Er war ein erbitterter Brexitgegner und so hatten wir auch gleich genügend Gesprächsstoff. Am Abend aber dann, wir hatten gerade gegessen und saßen bei unserem abendlichen Glas Wein schepperte es mächtig. Wir schauten raus und sahen, dass der Engländer mit seinem Wohnmobil gerade dabei war loszufahren, aber nach wenigen Metern stoppte. Was war geschehen? Er erklärte mir, er wolle mit seiner Frau zum Essen fahren und hatte vergessen, dass sein Fahrzeug noch mit dem Stromkabel und der stationären Elektroversorgung des Platzes verbunden war. Die beiden Stecker am Kabel war sowohl dort als auch am Fahrzeug herausgerissen und zerstört. Kein Problem, meinte der Mann, er habe noch ein Ersatzkabel dabei. Es scheint also nicht das erste Erlebnis dieser Art für ihn gewesen zu sein und er hatte Gott sei  Dank vorgesorgt.

 

Am Samstag wehte er dann wieder mit voller Kraft, dieser Wind aus den Bergen, den sie hier „Montagne“ nennen. Nach einem kleinen Frühstück machen wir uns auf, um unsere Lebensmittel- und Weinvorräte für den Rest dieser Reise zu besorgen. Auf dem großen Supermarktparkplatz des Intermarche in Frontignan fanden wir nach zwei kompletten Parkplazumrundungen mit Mühe und Not doch noch einen geeigneten Parkplatz für unser übergroßes Gefährt. Im Markt selbst fanden wir alles, was unser Herz begehrte und einiges mehr als das, was wir auf unseren Einkaufszettel geschrieben hatten.

 

Wieder auf dem Campingplatz verstaute Edith unsere Einkäufe fachgerecht im Wohnmobil, nachdem wir uns zuvor direkt bei der Einfahrt zum Platz des bis dahin reichlich angefallenen Abwassers ordnungsgemäß aus dem Abwassertank an der dafür vorgesehenen Stelle entledigten. Wieder auf unserem Platz füllten wir dann auch gleich unseren Frischwasservorrat wieder auf. So war unser Gefährt für die nächsten Tage auch wieder gerüstet.

Zum Mittagessen gab es das leckere frisch gegrillte Hähnchen aus dem Supermarkt mit einem fertigen, sehr leckeren und sicher auch gesunden Karotten-Weißkohlsalat sowie dem obligatorischen frischen Baguette. Dazu einen Schoppen Rosè Schorle für mich.

Nach dem Spülgang war dann wieder Faulenzen angesagt. Und da der frische Wind sich irgendwann doch noch glegt hat, haben wir noch einmal dem direkt vor unseren Nasen liegenden, weitläufigen Strand unsere Aufwartung gemacht.

 


Am Strand entlang

 

Nach dem kleinen Strandspaziergang noch ein bescheidenes Abendbrot. Das war dann dieser Tag, an dem der kräftige „Montagne“ sich auch am Abend nicht schlafen legen wollte. Er legte eine komplette Nachtschicht ein.

Auch am nächsten Morgen hatte er noch nichts von seinem Temperament verloren. Belohnt wurden wir von den teils recht heftigen Windböen mit einem strahlend blauen Himmel an diesem Sonntagmorgen. Erst gegen 10.00 Uhr wurde es dank des abflauenden Windes etwas gemütlicher.

Das Mittagessen an diesem Tag war für uns ein Festessen. Kleine Schweinesteaks und grüner Spargel lachten uns von unseren Tellern an. Dazu frisches Baguette und ein Gläschen Wein. Zum Nachtisch frische, sehr aromatische Erdbeeren aus der Region. Lecker!

Am Nachmittag hat der Monatagne noch einmal kräftig zugelegt. Windböen mit über 50 km/h fegten über unsere Köpfe hinweg. Dennoch, wir waren tapfer und haben noch einmal den Strand vor unserem Campingplatz abspaziert und ein paar schöne Eindrücke im Bild festgehalten.

Mit unserem schon mittlerweile schon zu einem  sehr schönen Ritual gewordenen kleinen  aber feinen Abendessen, unserem Gläschen Rosèwein und guten Gesprächen ließen wir den Tag ausklingen und werden sehen, was unser letzter Tag morgen in Frontignan-Plage uns noch so zu bieten haben wird. Wir haben uns nichts Großes mehr vorgenommen, lassen alles auf uns zukommen ud bereiten uns in aller Ruhe und Gelassenheit auf die 3-tägige Rückreise vor.

Der heftige Wind von gestern hat sich über Nacht doch noch irgendwann schlafen gelegt, nachdem er auch das letzte weiße Wölkchen vertrieben hatte.

So konnte die Sonne am nächsten Morgen erneut völlig ungestört ihr Tagwerk beginnen und strahlte bereits von der ersten Stunde an auf uns herab.

Unser letzter Tag in Frontignan-Plage bot uns allerbestes Strandwetter. Die Sonne schien den ganzen Tag vom wolkenlosen Himmel und so aalten wir uns den ganzen Tag in der Sonne, unterbrochen nur von einem kleinen Strandspaziergang am Nachmittag. Das Abendessen nahmen wir draußen ein. In unserem kleinen Lädchen auf dem Platz ergänzten wir noch unsere Lebensmittelvorräte. Danach verstauten wir schon mal die großen Sachen.

Am nächsten Morgen ging es dann nach einem kleinen Frühstück los bei strahlendem Sonnenschein . Ich nahm die Route über Sete in Richtung A 75, die wir in Clermont d'Herault erreichen sollten. Wegen der Überbreite unseres Gefährts für die schmale Brücke bei Clermont d' Herault mussten wir aber unvorhergesehen noch eine größere Umleitung fahren. Danach aber ging es auf der mautfreien Autobahn hinauf Richtung Norden. Über 1.100 Höhenmeter galt es zu überwinden und aus der Ferne grüßten uns die noch verschneiten Gipfel der Puys.

Zuvor aber, an der Zahlstelle für die Überfahrt der Brücke von Millaut, der längsten Hängeseilbrücke Europas, die mit 12,90 € zu Buche schlägt war er wieder,da  unser Albtraum. Der zweimalige Versuch, die Maut per EC Karte zu bezahlen scheiterte kläglich. Die Karte wurde einfach nicht akzeptiert und  unverrichteter Dinge wieder ausgespuckt. Die Ampel blieb auf Rot und die Schranke blieb zu. Zum Glück hatte Edith 13.- € als  Kleingeld bereits passend zurückgelegt. Die verschlang der Automat kommentarlos und die Ampel wurde grün und die Schranke ging auf. Die 10 Cent Restgeld ließen wir daraufhin dankend zurück, denn dafür hätte ich aussteigen und noch einmal zurücklaufen müssen. Glück hatten wir auch insofern, als wir dieses Mal keine Schlange ungeduldig wartender Automobilisten bei diesem misslungenen Zahlversuch per Karte hinter uns hatten, denn das Ganze hätte bestimmt für viele Reisende einige zu wertvolle Minuten gedauert. Das wird dann normalerweise sofort mit einem Hupkonzert quittiert.

 

Die Brücke von Millaut

 

Gegen 13.00 Uhr erreichten wir dann wohlbehalten unser Tagesziel Issoire. Vor der Fahrt auf den Campingplatz tankten wir noch bei Carrrefour gegenüber voll. Zahlung per EC - Karte an der Kasse kein Problem. Der Campinglatz war so gut wie gar nicht belegt  Wir teilten ihn zu dieser frühen Stunde mit nur einem einzigen franz. Wohnwagengespann. Leider war das WLAN außer Betrieb, also waren wir von der Außenwelt abgeschnitten. Das wird in Langres auch nicht anders sein. Nun gut, damit müssen wir leben und können das auch. Der teilweise recht heftige Wind unterwegs hat sich hier in Issoire zu einem lauen Lüftchen verflüchtigt und wir genießen noch ein paar Stunden bis zum Abendessen in der Sonne.

 


Am frühen Nachmittag in Issoire

 

Gegen Abend füllte sich der Platz dann doch noch ein wenig. Ein Mitcamper aus den Niederlanden sprach uns auf unsere Herkunft an, die er am Nummernschild unseres Gefährts abgelesen hatte. Er kannte Ahrweiler von vielen früheren Besuchen und fragte sich, wie wir unsere so schöne Heimat in Richtung Frankreich verlassen konnten. Wir kamen ins Gespräch über Dies und Das. Ein sehr freundlicher Mann wie eigentlich alle holländischen Mitbürger, die wir unterwegs getroffen haben.

Nach einer trotz Autobahnnähe ruhigen Nacht starteten wir am nächsten Morgen nach Langres, unserem nächsten Etappenziel. Das Nadelöhr auf dieser Strecke Clermont-Ferrand passierten wir trotz teils riesiger Baustellen und viel Verkehr recht problemlos. Dann ging es durch schöne Landschaften zügig über Land auf kleinen Departementstraßen. Bevor wir unseren Campingplatz in Langres ansteuerten füllten wir noch einmal unseren Spritvorrat so weit auf, dass der auf jeden Fall bis Luxemburg reichen sollte, wo wir dann noch einmal volltanken wollten. Der Preisunterschied zwischen dem günstigsten Diesel in Frankreich und dem in Wasserbillig lag bei immerhin 34 Cent/Liter.

Der Campingplatz in Langres war bis zum Abend hin gut belegt. Die meisten Leute nutzen ihn als Durchgangsplatz auf dem Weg in oder aus dem Urlaub in wärmeren Gefilden. Hier dominierten auch an diesem Tag die gelben Nummernschilder aus den Niederlanden.

 

Nach einem kleinen Frühstück ging es am nächsten Morgen weiter. Die Geschichte der letzten ca. 400 km nach Wehr sind schnell erzählt. Der vom Navi angekündigte Megastau hinter Metz blieb aus, der uns 90 Minuten Verzögerung gekostet hätte. Bis wir die große Baustelle, auf der der Stau entstanden sein soll erreichten, hatte der sich wohl aufgelöst. So rollten wir also ungehindert bis zu unserem Ziel Wehr, das wir gegen 14.00 Uhr glücklich und zufrieden erreichten.

 

Hier haben wir erst einmal den Nachbarn einen Kurzbericht abliefern müssen, die sich in dankenswerter Weise während unserer Abwesenheit um Haus und Hof gekümmert haben. Zwei Stunden später war auch das Wohnmobil wieder entladen und alles an seinem Platz.

 

Morgen dann nur noch eine grobe Reinigung des Wohnmobils und Rückgabe um 11.30 Uhr.

 

Damit geht dann einmal mehr unsere schöne Reise 2019 in die Provence zu Ende.