Reisebericht Südafrika 2016

 

Die Einladung unseres Freundes George, ihn auch 2016 in Südafrika zu besuchen war bereits im Oktober 2015 so richtig nett in die Frage verpackt ob wir denn schon einmal nachgesehen hätten, ob Condor im Flieger nach Kapstadt noch Plätze für uns frei hätte. Nun gut, ich habe im Internet bei den Abflugterminen im Januar 2016 ab Frankfurt bei Condor nachgesehen und tatsächlich wurden bei den meisten Terminen noch 8 freie Plätze angezeigt. Nur 8 freie Plätze bei Buchung im Oktober? Das konnte ich mir eigentlich nicht vorstellen und es erinnerte mich an die Buchung im vergangenen Jahr im Dezember, als ebenfalls zu allen Terminen höchstens 8 freie Plätze verzeichnet waren. Das so frühzeitig sehr knapp dargestellte Restplatzangebot schien mir Teil der Vermarktungsstrategie von Condor zu sein. Ich ließ mich davon nicht irritieren. Vor der verbindlichen Buchung mussten auch im Dezember 2015 noch einige Gesundheitschecks absolviert werden, die allerdings nichts mit der Reise selbst zu tun hatten. Aber um auf der sicheren Seite zu sein, erschienen uns die Unbedenklichkeitserklärungen der Ärzte unabdingbar.

Condor ist auch deshalb unsere erste Wahl bei den Airlines, da sie in dieser Saison (südafrikanischer Sommer) als einzige Gesellschaft Direktflüge von Frankfurt nach Kapstadt zu akzeptablen Preisen anbietet. Alle anderen Ailrlines legen Zwischenstopps in Amsterdam (KLM), London (British Airways), Paris (Air France), Dubai (Emirates), Johannisburgh (Lufthansa, South African Airline) oder Windhoek (Namibia Airline) ein, was die Reisezeiten teilweise um bis zu 24 Stunden erheblich verlängert. Um also möglichst rasch die ca. 11.000 km nach Kapstadt hinter uns zu bringen wählten wir, wie in den Jahren zuvor Condor, auch wenn sich deren Preise im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 200.- € deutlich erhöht haben. Vor allen Dingen habe ich mich über die nun geforderten Kosten für die Sitzplatzreservierung auch für Schwerbehinderte geärgert, die nur noch bei 100 % Schwerbehinderung kostenlos gewährt wird und nun für uns mit weiteren ca. 100 € zu Buche schlug.

Nach dem letzten Ärztecheck Anfang Dezember ging es also mit der Zusammenstellung und Buchung der Reisebausteine los:

·         Hin- und Rückflug mit Condor inkl. Sitzplatzreservierungen

·         Mietwagen über Iwanowski (Afrika.de)

·         Reisekostenrücktrittsversicherung (Debeka)

·         Reisekrankenversicherung (DKV)

·         Parkhaus direkt am Flughafen (Fraport) zum Frühbucherrabatt

Alles wurde ohne Probleme und von den Vertragspartnern in gewohnt professioneller Weise via Internet abgewickelt.

Danach ging es an die Zusammenstellung der Gastgeschenke für unsere Freunde am Kap. Darunter befand sich auch ein Fotobuch über unsere bisherigen Südafrikareisen, das ich in der bei uns relativ entspannten Vorweihnachtszeit in vielen Stunden erstellt habe und drucken ließ (gute Qualität und guter Service bei poster xxl). Die für uns etwas kurios anmutenden Geschenkwünsche unserer Freunde zu erfüllen, Asbach uralt für George und Dresdner Christstollen für seinen Nachbarn Andries, waren ebenfalls kein Problem. Den Stollen mussten wir nur noch gut durch den südafrikanischen Zoll bringen. Den Asbach konnten wir im Duty Free Shop in Frankfurt besorgen. 

Es konnte also losgehen. Die Häuser unserer Freunde in Kapstadt/Muizenberg, Hermanus und Kleinbaai standen uns auch in diesem Jahr wieder zur Verfügung und unsere Grobplanung für unseren Aufenthalt am Kap stand mit den Zeitplanungen unserer Freunde im Einklang.

Die Anreise zum Flughafen am 19.1.2016 verlief problemlos. Um 14:30 Uhr verließen wir die Wiesenstraße und fuhren ohne Eile nach Frankfurt zum Flughafen. Wie immer waren wir viel zu früh da, aber der lange Stau auf der Höhe von Limburg in der Gegenrichtung hat uns einmal mehr gelehrt, er hätte auch auf unserer Seite der Autobahn sein können und dann hätten wir ein Problem damit gehabt, wären wir auf den letzten Drücker von zuhause losgefahren. Also lieber etwas mehr als die reine Fahrzeit einplanen. Die Schranke am Parkhaus 2 gegenüber dem Abflugterminal hat es sich lange überlegt, ob sie uns mit dem von der Parkhausgesellschaft zur Verfügung gestellten Barcode einlassen sollte. Nach mehreren Anläufen hat das schließlich doch noch irgendwie geklappt und wir konnten uns auf den langen Fußmarsch zum Condor Abfertigungsschalter ganz am Ende des Terminals 1 C machen. Dort wurden wir schnell unsere beiden Koffer los. Noch etwas durch den wie immer belebten Flughafenterminal bummeln, dann haben wir uns allmählich in Richtung unseres Abfluggates bewegt. Die Kontrolle des Handgepäcks war im Vergleich zum Vorjahr noch akribischer, aber wir hatten reichlich Zeit und so entstand auch hier keine Hektik. Jedes einzelne Teil meiner Fotoausrüstung musste gesondert für den Scanner zurechtgelegt werden. Nachdem dann auch der Ganzkörperscanner ohne Beanstandungen seinen Dienst verrichtet hatte, konnten wir uns nach der ebenfalls problemlosen Passkontrolle wieder frei und unbeschwert bewegen. Im Duty Free haben wir noch die zwei Flaschen Asbach eingekauft, die sich unser Gastgeber als Erinnerung an seine schönen Zeiten in Deutschland gewünscht hatte.

Ernüchterung machte sich bei uns breit als wir feststellen mussten, dass unser Flug sich um zwei geschlagene Stunden verspäten würde.

Auch diese beiden Stunden gingen vorbei und schließlich ging es mit Volldampf ab Richtung Süden. Wie der Kapitän uns kurz nach dem Start erklärte, waren auf dem letzten Flug der Maschine von den Malediven nach Frankfurt zwei der drei Funkgeräte ausgefallen. Die mussten erst getauscht werden. Nun gut, auch das hätte schlimmer kommen können. Wir fühlten uns so mit dem Kapitän auf der sicheren Seite.

Bis etwa zur Küstenline Nordafrikas war der Flug sehr ruhig. Dann fingen die schlechten Wege Afrikas auch in der Luft an. Bis etwa eine Flugstunde südlich des Äquators wurden wir vor allem über der Sahara teils sehr kräftig durchgeschüttelt. Danach aber stieg der Flieger dann auf 11.500 m Höhe und raste mit knapp 1000 km/h unserem Ziel entgegen. Eine ganze Stunde der Verzögerung beim Start hat der Pilot aus der Boeing 737 bis Kapstadt herausgeholt.

Nach einer sanften Landung in Capetown International  bei schönem Wetter wurden wir ganz schnell mit der Afrikanischen Wirklichkeit konfrontiert die da heißt: Ihr Europäer habt die Uhr, wir Afrikaner haben die Zeit. Nein, Schlange stehen ist nun wirklich nicht unser Ding, aber es hilft ja nichts. Brav haben wir uns eingereiht und mit mehreren hundert Leuten die Einreiseprozedur bei der Passkontrolle über uns ergehen lassen. Dafür machte uns dann aber der Zoll keine Frechheiten und ließ uns ohne Verzögerung passieren.

Nächster Punkt war, erst ein paar Euro Handgeld umtauschen. Die Geldautomaten waren für uns schon wegen der sie belagernden Schlangen von Reisenden keine Lösung, zumal sie  natürlich hier nicht von Leuten bedient wurden, die zum Teil weder mit den landesspezifischen Gepflogenheiten am Geldautomaten noch mit der englischen Sprache hinreichend vertraut waren. Nicht viel besser aber sah es am Bankschalter als Alternative aus, die wir gewählt haben. Zwar waren sechs Geldwechselschalter mit Personal besetzt, unbeeindruckt von der wartenden Menschenschlage drapierten aber vier der Banker das Schild „Closed“ vor sich hin. Ja, es ist richtig, in Südafrika gibt es Schlangen, vor allen Dingen Menschenschlangen. Bargeldwechsel am Flughafen ist also eine größere Sache. Jetzt hätte nur noch gefehlt, dass man jeden einzuwechselnden Euroschein fotokopiert und zur Kopie des Passes geheftet hätte. Nein, das hat man sich Gott sei Dank erspart, aber der Pass wurde kopiert und die Heimatdaten (vollständige Adresse mit Telefonnummer) wurden ebenso sorgfältig in ein Formular übertragen wie die Anschrift und eine valide Telefonnummer im Gastland. Unterm Strich eine recht zeitaufwändige Prozedur, die am Ende noch damit getoppt wurde , dass das eingewechselte Geld in beiden Währungen drei Mal gezählt wurde. Erst von Hand, dann per Maschine und dann erneut von Hand zu Hand. Gefühlt hat auch diese Aktion einschließlich Warten eine gute dreiviertel Stunde gedauert. … wir Afrikaner haben die Zeit.

Nächster zu erledigende Punkt war dann die Übernahme unseres Mietwagens gegenüber dem Flughafenterminal. Die Bearbeitungszeiten bei der Einreisebehörde und der Bank hatten am Ende dann doch den Vorteil, dass die Schlange der Fahrzeugmieter bis zu unserer Ankunft weitestgehend abgebaut war. Es ist also nichts auf der Welt so schlecht, als dass es nicht für etwas gut wäre. Immer schön positiv denken blieb unsere Devise. Auch wir haben die Zeit. Unterm Strich wäre es also egal gewesen, wo wir gewartet hätten. Die Gesamteinreise durch die verschiedenen Nadelöhre hätte so oder so ihre zwei Stunden gedauert, da führt eben kein Weg dran vorbei. Dann aber heißt es: Afrika wir kommen!

Die Autoübergabe nach dem umfangreichen Papierkrieg klappte dann rasch und problemlos und die Fahrt durch Kapstadt nach Muizenberg ebenso ohne die ansonsten auch nicht um diese Tageszeit auszuschließenden Verkehrsprobleme.

Unsere Gastgeber haben mit dem Lunch auf uns gewartet und uns damit freudig begrüßt. Was für ein Wiedersehen!

Am Abend haben wir uns dann so richtig Zeit füreinander genommen und ein herrliches Mousaka mit einem guten Tropfen Wein genossen. So klang also unser erster Tag in Südafrika sehr schön für uns aus.

Die folgenden Tage verliefen für uns wie gewohnt. Ausflüge ans Kap und ins Hinterland von Kapstadt. Wochenende in Hermanus und eine Woche zu Zweit in Kleinbaai. Von Kleinbaai aus machten wir auch dort unsere Ausflüge ans Kap Agulhas und in die nähere Umgebung. Ein besonderes Highlight war der Besuch des Sonntagsgottesdienstes in Elim. Elim ist eine besondere, von den Brüdern des Moravierordens gegründete Gemeinde, in der die christliche Religion tief verwurzelt ist und eine besondere Rolle spielt. Mittlerweile wurde die Schotterstraße nach Elim durch eine neue und sehr schöne Teerstraße ersetzt und ist gut zu fahren. Als wir in der Kirche ankamen, hatte der Gottesdienst bereits begonnen und der gemischte Kirchenchor sang innbrünstig seine ersten Lieder. Wir nahmen auf einer Seitenbank in der Kirche Platz. Kaum saßen wir, bekamen wir schon von einer Dame in einer besonderen Tracht zwei Gesangbücher gebracht. Da der gesamte Gottesdienst in Africans abgehalten wurde und auch die Lieder in dieser Sprache gesungen wurde, waren die Gesangbücher für uns keine große Hilfe. Aber die Melodien der Kirchenlieder waren uns sehr wohl vertraut. Mit den weiteren Zeremonien während des Gottesdienstes konnten wir wegen der Sprachbarriere zu wenig anfangen, aber beeindruckend war dieser feierliche Gottesdienstbesuch für uns allemal.

Anders als in den Vorjahren haben wir uns in diesem Jahr vorgenommen, unser Augenmerk mehr auf die berühmten und durchgehend landschaftlich sehr schön gelegenen Weingüter zu richten. Auf unserer Liste standen die Weingüter:

  • Weingut Spier
    südlich von Stellenbosch,


    Internet: http://www.spier.co.za/
  • Weingut Sir Robert Stanford
    in Stanford,

    Internet: http://www.stanfordinfo.co.za/item/sir-robert-stanford-estate/

  • Weingut Imhof Farm
    in Kommetje,

    Internet: http://imhofffarm.co.za/

  • Weingut Fairview
    in der Nähe von Paarl

    Internet: http://www.fairview.co.za/

  •  Weingut Landskroon,
    in der unmittelbaren Nachbarschaft der Fair View Farm


    Internet: http://www.landskroonwines.com/

    Aus diesem Weingut stammt die Mutter unseres Freundes Geoerge- eine Geborene De Villiers -, deren Vorfahren zuvor das große und bekannte Weingut Boschendal besaßen.


    Auf einen Besuch des berühmten und auch von Südafrikanern hoch gelobten Weingutes Springfontain nahe Stanford, dessen Restaurant von dem deutschen Sternekoch Jürgen Schneider geleitet wird, haben wir verzichtet. Zwar waren wir in der Mittagszeit dort, aber wir hatten gerade vorher in Stanford unser Lunch zu uns genommen. Hingefahren sind wir dennoch und haben einen Blick auf das wunderschöne Anwesen riskiert, wo man herrlich im Freien unter Palmen tafeln kann.


Weingut Springfontain bei Stanford

Die einzelnen Weingüter nun hier im Einzelnen zu beschreiben würde den Rahmen dieses Reiseberichts sprengen. Nur so viel, alle diese größeren Weingüter verfügen mittlerweile über ausgezeichnete Restaurants, in denen man zum dort produzierten Wein auch hervorragend essen kann. Und das zu für uns Europäer zum damaligen Zeitpunkt dank des im Verhältnis zum Rand günstigen Eurowechselkurses zu durchaus moderaten Preisen. Wir möchten schon die Besuche dieser Weingüter neben vielen anderen schönen Erlebnissen zu den Höhepunkten unserer diesjährigen Südafrikareise zählen.

Diese drei Wochen am für uns schönsten Ende der Welt, dem Kap der guten Hoffnung und der Region Western Cape waren für uns einmal mehr eine Reise wert, auch wenn wir dieses Jahr einmal mehr nicht das übliche Afrikaklischee mit Safari & Co bedient haben. Dafür hat die Region Western Cape und Overberg genügend andere schöne Dinge zu bieten. Hier fühlen wir uns mittlerweile nach all den Jahren auch ein wenig zuhause.

Erneut durften wir feststellen, dass sich das Land seit unserer ersten Reise 1994 in vieler Hinsicht positiv entwickelt hat, auch wenn es aus unserer Sicht noch unendlich viel zu tun gibt. Wir bewunderten erneut die Geduld der farbigen Bevölkerung, mit der sie der Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse entgegen sehen. Und es fiel uns erneut auf, wir haben selten in solch viele fröhliche Gesichter gesehen wie hier in Südafrika. Im Vergleich zu den anderen Ländern im südlichen Afrika oder dem afrikanischen Kontinent insgesamt ist Südafrika trotz aller Defizite nach unseren Maßstäben ein Vorzeigeland. Aber um das alles zutreffend einschätzen zu können müssen wir unsere europäische Brille absetzen und versuchen, die Vergangenheit und Gegenwart Südafrikas zu verstehen. Zugegeben, nicht einfach.

Bedauerlich bleibt, dass sich die Kriminalität halt ebenfalls rasant weiter entwickelt zu haben scheint. Die täglichen Meldungen in der örtlichen und überregionalen Presse sprechen täglich Bände dafür. Als Tourist kann man sich dennoch sicher im Land bewegen, wenn man sich an die allgemein auf der ganzen Welt gültigen Vorsichtsmaßnahmen hält und sich auch ein wenig am Verhalten der Südafrikaner in den Problemgebieten orientiert und nicht glaubt, hier den Helden spielen oder mit wertvollen oder auch nur scheinbar wertvollen Accessoirs protzen zu müssen.

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Wie in jedem Jahr fiel uns auch in diesem Jahr der Abschied von Südafrika und unseren Freunden dort unten sehr schwer. Dies nicht zuletzt deshalb, weil wir, wie sie halt auch, in jedem Jahr älter werden und die Anstrengungen des 12 Stunden non-stop-Fluges auch für uns mittlerweile schon eine besondere körperliche Herausforderung bedeuten. Und so steigert sich auch jedes Jahr bei uns die Befürchtung, es könnte ein letztes Wiedersehen mit unseren Freunden am Kap gewesen sein. Ernsthaft darüber nachdenken wollen wir nicht.

Unsere Rückreise verlief wie letztes Jahr mit dem kleinen, Condor und anderen Airlines sicher bekannten Problemchen. Fluggäste und Maschine waren rechtzeitig zum Einsteigen bereit. Die Crew aber steckte im Verkehrsstau von Kapstadt fest. Verzögerung eine dreiviertel Stunde, die der Pilot über Afrika allerdings locker wieder herausflog. So also transportierte uns Condor, dieses Mal pünktlich auf die Minute und störungsfrei zurück nach Frankfurt und in die Heimat.

"The "Passion Gap" oder das "Cape Flat Smile"
Über das Fehlen der oberen Schneidezähne bei den Schleppnetzfischern von Muizenberg
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Auch in diesem Jahr konnten wir die Netzfischer am Strand von Muizenberg bei ihrer Arbeit beobachten. Und es fiel uns erneut auf, dass fast allen die oberen Schneidezähne fehlten. Diese Erscheinung, die vornehmlich bei der farbigen Bevölkerung in der Region des Western Cape zu beobachten ist machte mich neugierig und ich habe nach einer Erklärung dafür gesucht.

Meine erste Vermutung, dass es sich um eine Folge der Armut und daher einer damit einhergehenden, möglichen Mangelernährung handeln könnte, hat sich nicht bestätigt.

Wissenschaftler der Universität Kapstadt haben herausgefunden, dass diese Erscheinung schon am Ende der Eisenzeit (vor ca. 1500 Jahren) in Afrika ritualisiert war. Am Kap ist sie seit etwa 60 Jahren wieder modern geworden. Insbesondere auch junge Leute lassen sich die vorderen Schneidezähne entfernen oder entfernen sie aus Geldmangel selbst.

Die Erklärungen für das Entfernen der oberen Schneidezähne reichen von Modeerscheinung über besserem Kußgefühl und Sex bis hin zur Mutprobe oder als sichtbares Zeichen für die Zugehörigkeit zu einer Gang. Teilweise wird dieser Brauch auch in einem historischen Zusammenhang mit der Sklavenzeit gesehen. Die Herren der Sklaven ließen angeblich ihren farbigen Sklaven die Schneidezähne ziehen, damit diese die Fesseln  nicht durchbeißen können,mit denen sie nachts angebunden wurden.

Eine mir einleuchtende Erklärung zumindest für die Fischer fand sich in der einschlägigen Literatur.

Mit dem Ziehen der oberen Vorderzähne können diese sich besser durch laute Pfiffe auf der rauen und lauten See verständigen. Und auf diese Art der "pfiffigen Verständigung" haben sich wohl auch meine untenstehenden "Fotomodelle" am Strand von Muizenberg besonnen, die sich bereitwillig von mir fotografieren ließen. Die Aussicht, auf meiner Homepage ins Internet gestellt zu werden hat sie geradezu beflügelt, sich stolz von ihrer besten Seite zu zeigen.
 
 

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