Nordkorea,

eine meiner interessantesten Reisen.


Frankfurt-Peking-Pjönjang-Hongkong-Frankfurt

Leider gibt es nur wenige Bilder

über dieses komplett abgeschottete Land.

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Landschaft
   
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Opernhaus Pjönjang Parade auf dem großen Platz
   

Ich besuchte das Land als Mitglied einer Regierungsdelegation (der ersten offiziellen nach der deutschen Einheit). Zu regeln waren offene Vermögensfragen, die sich aus der Deutschen Einheit ergeben hatten (Transferrubelforderungen, Liegenschaftsfragen zum Botschaftsgelände der DDR etc.). Deutschland unterhielt zu dieser Zeit keine diplomatischen Beziehungen zu Pjönjang. Über der alten DDR-Botschaft wehte die schwedische Flagge, die unserer Schutzmachtvertretung. Unser Besuch fiel in die Zeit der Hundert-Tage-Trauer nach dem Tod des großen Führers Kim el Sung. Das ganze Land war in tiefe Trauer verfallen und unübersehbare Menschenmassen aus dem ganzen Land kamen nach Pjönjang, um dem großen Führer rund um die Uhr ihre Aufwartung zu machen. Die Inszenierung war perfekt. Von der Beleuchtung über die Musik bis zur Organisation der Trauernden.

Während unseres einwöchigen Aufenthaltes wurden wir stramm an der Hand geführt. Es gab keine Chance, einmal mit einem Menschen von der Straße in Kontakt zu kommen. Zwar war uns offiziell nichts verboten, aber man verstand es geschickt, unsere Wünsche, etwa einmal außerhalb zum Essen zu gehen, abzuwehren.

Obwohl wir mit reichlich US Dollars versehen waren, hatten wir schon wegen des Verbots des Besitzes ausländischer Währung für die Einheimischen und unserem Zwangszumtausch mit sog. Ausländergeld, das nur ganz bestimmte Einrichtungen entgegennehmen durften, keinerlei Chance, uns irgendwie in diesem Land frei zu bewegen.

Mit beredten Worten wurden uns die Errungenschaften des Sozialismus nordkoreanischer Prägung bei einer Stadtbesichtigung vor Augen geführt. Das Bemühen um die Kinder und Jugendlichen des Landes war rührend. In speziellen Einrichtungen für besonders Begabte wurden uns die Hochleistungen dieser Kinder auf  sportlichem, musischem und künstlerischem Gebiet in höchst eindrucksvoller Weise vorgeführt.

Wir wohnten in einem nur für Ausländer zugänglichen Hotel in der Stadt. Beim Aufstehen, geweckt wurde die Stadt  in aller Frühe mit einem durchdringenden Sirenenton, konnte ich einen Blick aus dem Hochhaus auf das erwachende Leben in Pjönjang werfen. Das Hotel lag an einer überdimensionierten, 6 spurigen Straße, auf der sich keinerlei privater Verkehr, nicht einmal per Fahrrad, abspielte. Massen von Fußgängern strömten zu den Haltepunkten der langen Gliederbusse und warteten auf deren Ankunft. Die Busse kamen brechend voll an, so viele Leute wie ausstiegen, konnten einsteigen. Darüber wachte an jeder Haltestelle ein Milizionär. Der Rest setzte seinen Weg zur Arbeit dann weiter zu Fuß fort.

Mein Zimmer lag zum Hof eines Schulkomplexes. Aus allen Himmelsrichtungen kamen die Kinder in Uniformen und stellten sich in den Straßen um den Schulkomplex herum, augenscheinlich klassenweise in Zweier- bis Viererreihen auf. Auf ein für mich unsichtbares Zeichen hin bewegten sie sich dann in den Hof der Schule und stellten sich dort ebenfalls in perfekter Formation wiederum klassenweise auf. Dann trat ein Mensch (Schulleiter?) vor die versammelten Kinder und hielt eine Ansprache. Anschließend wurde ein Lied gesungen und die Kinder begaben sich klassenweise in das Gebäude.

Keine Spur von kindlichem Bewegungsdrang und dem Bedürfnis, sich laut und schreiend zu artikulieren.

Alles verlief in höchstem Maße perfekt organisiert und diszipliniert.

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