Reisebericht Türkei 2009

 

Achtung Sun-Express-Flieger: Achten Sie beim Rückflug auf das Gewicht Ihres Gepäcks. Beim Rückflug von Antalya nach Köln am 1.3.2009 ließ sich Sun-Express jedes Kilo Übergepäck zusätzlich bezahlen. Diskussionen zwecklos. Das kann teuer werden. 

 

Sonntag den 22.2.09

 

Bis zum Mittagessen sind alle Sachen für die Reise endgültig gepackt, das Haus versorgt und wir starten gegen 14.45 Uhr in unseren ersten Urlaub 2009.

 

Um 15.30 Uhr finden wir uns bereits am Flughafen Köln wieder. Alles klappt wie am Schnürchen.

Der Check in beginnt gegen16.15 Uhr und dann, jenseits der Einlasskontrolle finden wir uns im zwischenzeitlich verhängten absoluten Rauchverbot des gesamten Kölner Flughafens wieder. Diese Ausgeburt einer deutschen Tugenddiktatur  wird uns begleiten, bis wir gegen 23.10 Uhr Ortszeit (Kölnzeit + 1 Stunde) das Flughafengebäude in Antalya wieder verlassen. Auf diesem Gebiet werden wir beide also erst einmal auf eine harte Probe gestellt.

Egal wie, pünktlich um 18.50 Uhr hebt unser enger und voll gepfropfter Ferienflieger von Sun Express in den wolkenverhangenen Abendhimmel über Köln ab und setzt nach etwas mehr als drei Stunden in Antalya sanft auf.

 

Die Gepäckausgabe verlief etwas schleppend, doch was wir hier versäumen, holt der türkische Zoll mit den nicht stattfindenden Einreisekontrollen wieder heraus.

 

Der Transfer in unser Hotel, das Rixos Premium Belek, mit einem nagelneuen Mercedesbus war o.k. und gegen Mitternacht erreichen wir es ohne weitere Verzögerung. Der Empfang dort ist überaus freundlich und auch die Tatsache, dass Ögertours uns offensichtlich gar nicht avisiert hatte, war für den flexiblen Menschen an der Rezeption kein Problem. Jetzt waren wir da und konnten auch bleiben. Der Rest klärt sich, meinte der nette junge Mann.

 

Alle unsere Wünsche wurden problemlos erfüllt. Für die spät ankommenden Gäste war das Restaurant noch bis 2.00 Uhr mit einem kompletten Buffet geöffnet. Ein bemerkenswerter Service, der längst nicht zum internationalen 5-Sterne Standard gehört, geht es doch anderwärts nach dem Motto, Küche zu, Feierabend. Und da wir die einzigen spät ankommenden Gäste in dieser Nacht sind, dürfen wir zu unserer Tasse Kaffee nach dem Essen sogar noch unser Verdauungszigarettchen in dem tagsüber als Nichtraucherrestaurant ausgewiesenen Restaurant rauchen. Das ist schon eine besondere Flexibilität des Personals, das hier nicht unerwähnt bleiben soll. Für das Wohlgefühl vom ersten Moment an kein zu vernachlässigender Schritt.

 

Anschließend nehmen wir zur Erreichung der notwenigen Bettschwere noch in der 24 h geöffneten Bar ein Bierchen und einen Raki. Diese beiden Drinks waren es, die dann recht rasch die Reiseanstrengungen in den Hintergrund drängten und einem gehörigen Ruhebedürfnis Platz machten.

 

Das Angebot des Hotels, uns im Bedarfsfall zwischen 2 Uhr und 7 Uhr auch eine Mahlzeit aufs Zimmer bringen zu lassen, haben wir nicht angenommen. Das alles ist hier im All inclusive (AI) Paket inbegriffen. Nur die Getränke des Roomservice wären kostenpflichtig gewesen. Dafür aber ist auch die gut bestückte Minibar auf dem Zimmer Teil des AI Pakets. Solch ein umfangreiches AI Angebot sucht nach unserer bisherigen Erfahrung seinesgleichen.

 

Montag 23.2.09

 

Eigentlich war Ausschlafen angesagt, aber um 8.00 Uhr standen wir bereits wieder auf. Die Sonne schien in unser nach Osten gelegenes Zimmer mit Meerblick. Aber die Vorfreude auf einen sonnigen Tag währte nur kurz, denn draußen auf dem Meer brauten sich bereits dunkle, bleigraue Wolken zusammen. Gegen 10.00 Uhr fängt es dann auch tatsächlich an zu  regnen an und gegen 13.00 Uhr tob sich bereits das erste Gewitter mit Hagelschauern über uns aus. Ein Schauspiel, das sich an diesem Nachmittag noch mehrmals wiederholen sollte.

 

Die erste Orientierung im weitläufigen Hotel, dessen Architektur von außen eigentlich gar nichts her macht, beeindruckt uns sehr. Auf jeder Ebene gibt es mehrere Bars und Restaurants,  in denen man es  sich im Rahmen des AI wirklich rund um die Uhr gut gehen lassen kann. Das Interieur ist vom Feinsten. Schmiedeeisen, auf Hochglanz polierte Messinggeländer, Teppichböden und glänzender Marmor dominieren.

 

Der auf ca. 4.500 qm ausgedehnte Spa Bereich des Hotels ist schon eine besondere Klasse für sich. Alles ist sehr stilvoll und geschmackvoll eingerichtet. Die Extraleistungen (Massagen etc.) erscheinen uns aber vergleichsweise sehr teuer. Aber auch das ist relativ und ist erst dann abschließend zu beurteilen, wenn man auch die Gegenleistung im Detail kennt. Auf diese Erfahrung verzichten wir aber vorläufig. Der normale Gebrauch der Einrichtungen einschl. Sauna, Hamam, Fitnessraum, Schwimmbad etc aber ist im AI Paket bereits enthalten.

 

Das Mittagessen im Hauptrestaurant wird als reichhaltiges Buffet angeboten. Wir essen an diesem ersten Tag nur eine Kleinigkeit, denn wir wollen eigentlich am Abend etwas ausgiebiger essen. Am Buffet ist Selbstbedienung angesagt, die Getränke werden am Tisch serviert und das klappt alles vorzüglich. Der Service ist zuvorkommend und überaus freundlich.

 

Ein Erlebnis der besonderen Art ist natürlich das gut sortierte Nachtischbuffet. Hier können wir beide nicht widerstehen. Dazu eine gute Tasse Filterkaffee und ein Zigarettchen im Raucherrestaurant. Das ist für uns Genuss pur, den man uns in Deutschland mit seiner Nichtraucherschutzgesetzgebung im Rahmen der gründlich deutschen Tugenddiktatur bisher vergeblich versuchte abzugewöhnen.

 

Dann ist erst einmal Ruhe angesagt, denn der halbe Nachtflug vom Vortag steckt uns beiden doch noch ein wenig in den Knochen.

 

Pünktlich um 15.30 Uhr klingelt das Telefon und die Reiseleitung von Ögertours bittet zum Informationstreff. Interessante Informationen gab es insofern, als dass vor dem Hotel das Dolmus abfährt, das einen für 1.- € ins ca. 6 km entfernte Belek bringt. Das Gleiche geht auch mit dem Taxi für ca. 6.- €. Ferner bekommen wir eine kostenlose Halbtagestour nach Antalya mit Gelegenheit für einen 2-stündigen Einkaufsbummel angeboten. Da just an diesem Nachmittag ein schweres Gewitter über unserem Hotel hernieder geht, schieben wir unsere Entscheidung auf, auf welche Weise wir unsere geplanten Einkäufe erledigen.

 

Den Tag lassen wir bei einem ausgiebigen und genüsslichen Abendmahl ausklingen. Bevor wir uns in unser Zimmer zurückziehen, gibt es noch einen Raki und ein Bierchen in der Bar, von wo wir uns auch die faszinierende Lightshow zu Bachs Toccata und Fuge bequem ansehen können. Ein würdiger Abschluss dieses ersten, wettermäßig zwar durchwachsenen, aber ansonsten recht schönen Urlaubstages.

 

Dienstag der 24. Februar 

 

Die letzten schweren Regenwolken hängen noch über dem Taurusgebirge, aber sie sind offensichtlich leer geregnet. Gegen 8.00 Uhr wandern wir gemütlich zu unserem Frühstück. So ganz allmählich kommt im Laufe des Frühstücks die Sonne durch und wir entschließen uns, zu unserem ersten kleinen Einkaufsbummel nach Belek zu reisen. Um 10.00 Uhr stehen wir an der Haltestelle für das Dolmus, aber es tut sich eine ganze Weile nichts. Ein Ehepaar aus Oldenburg kommt hinzu und wir entschließen uns, gemeinsam eines der vielen vor dem Hotel wartenden Taxen zu nehmen, das wären für jeden von uns 1,50 € gewesen. Gerade als wir uns handelseinig gewesen waren, kommt aber auch das Dolmus und wir fahren nun mit ihm in die Stadt.

 

Hier in Belek gibt es eigentlich alle Geschäfte und zumindest unsere Arzneimittel und für mich ein paar Klamotten waren schnell gekauft. Edith hat da schon mehr Schwierigkeiten, das Richtige zu finden, das ihren mittlerweile konkretisierten Vorstellungen  entspricht. Nach einigem hin und her findet sie dann doch ein paar Turnschuhe und gegen 13.00 Uhr sind wir wieder im Hotel, nun aber bepackt wie die Esel. Da wir für Edith noch nicht so ganz das Richtige gefunden haben, werden wir eben am Donnerstag einen weiteren Versuch unternehmen und das Angebot von Ögertours annehmen, nach Antalya zu fahren. 

 

Für heute ist es erst einmal genug. Edith geht am Nachmittag noch eine Runde schwimmen, während ich mich gerade noch zu einem kleinen Rundgang durch die ausgedehnte Hotelanlage mit ihren vielen Edelgeschäften aufraffen kann.

 

Donnerstag den 26. Februar

 

Die ganze Nacht ziehen schwere Gewitter mit Sturm und Hagelschauern über die Bucht von Antalya. Eigentlich hatte ich gehofft, dass sich der Himmel irgendwann gegen Morgen einmal ausgeregnet hätte, aber dem war nicht so. Es ging mehr oder weniger heftig weiter mit dem schlechten und stürmischen Wetter.

 

Pünktlich um 8.20 Uhr stand der Bus am Hotel, um uns zu unserer kostenlosen Shoppingtour nach Antalya abzuholen. Vor dem Besuch der Stadt aber müssen wir noch die Zeremonie einer kleinen Verkaufsveranstaltung in einem Schmuckcenter über uns ergehen lassen. Für mich kein Problem, denn ich zeige keinerlei Interesse an dieser Darbietung, was das bestens geschulte Verkaufspersonal wohl auch direkt registriert hat und mich in Ruhe lässt. Anders ist das bei Edith, die zumindest ein Scheininteresse an den Tag legt und so ins Visier einer jungen, attraktiven Verkäuferin gerät, die zunächst mit Lob über ihre Erscheinung und ihren Schmuck nicht geizte. So schafft man eine positive Atmosphäre. Das scheinbare Interesse Edith’s konzentriert sich dank ihres erlesenen Geschmacks natürlich auch gleich auf die etwas teureren Stücke, doch selbst bei einem Preisnachlass von 1000.- € blieb sie angesichts des dann immer noch zu zahlenden Preises von rund 1.500 € standhaft und verließ ohne Neuerwerbung die gastliche Edelschmiede. Für uns einmal mehr der Beweis, dass die ausgewiesenen Preise Mondpreise waren. Ob Schmuckfabrik oder Basar, handeln macht Spaß, was man eher sportlich sehen sollte.

 

Bis wir in die Altstadt von Antalya kommen, hat der Himmel wieder seine Schleusen meilenweit geöffnet und es schüttet in Strömen. So begnügen wir uns am Atatürk Denkmal mit einem kurzen Blick hinunter auf die trist graubraune, zerfallende Altstadt und den Hafen, um dann zielgerichtet in den mittelalterlichen, aber überdachten Basar einzutauchen.

 

Viel Betrieb war nicht und schnell haben wir einen etwas ansehnlicheren Klamottenladen ausgemacht, der nicht nur den üblichen Ramsch anbietet. Edith’s Suche nach einem Oberteil ist  rasch von Erfolg gekrönt und nach langem Gefeilsche verlassen wir am Ende mit weiteren drei Jeans den Laden. Dabei gestaltet sich die Anprobe etwas ungewöhnlich, denn zwischendurch hat der Starkregen die Stromversorgung im Basar komplett außer Gefecht gesetzt und die Anprobe und das Abstecken der Jeans findet bei Kerzenschein statt.  Das Einkürzen der Jeans ist in wenigen Minuten passiert und die gezahlten Preise erscheinen uns unterm Strich und für unsere Verhältnisse erträglich.

 

Pünktlich um 13.00 Uhr sind wir wieder am Bus, der uns im strömenden Regen wieder aus dem Verkehrschaos von Antalya heraus und zurück zu unserem Hotel bringt.

 

Den Rest des Tages verbringen wir gemütlich im Hotel. Das Mittagessen lassen wir ausfallen. Stattdessen gibt es um 16.00 Uhr im Cafe Wien Kaffee und Kuchen. Umso schöner ist dann das Abendessen und der Schlummertrunk an der Bar. So geht ein schöner Tag bei grässlichem Wetter zu Ende, denn auch am Abend lassen die heftigen Regenfälle nicht  nach.

 

Freitag den 27. Februar

 

Nach dem Frühstück nimmt Edith um 10.00 Uhr ihr Hamambad und ist begeistert von dieser Behandlung. Diese Veranstaltung schien also ihr Geld wert gewesen zu sein. Anschließend treffen wir uns in der Bar, um uns mit einem Aperitif auf das Mittagessen vorzubereiten.

 

Für den Nachmittag haben wir uns eine Runde Schwimmen im Hallenbad vorgenommen. Morgen ist dann noch ein Besuch auf dem Markt in Belek auf dem Programm und wie angekündigt, stehen wir in der Info Mappe von Ögertours für Sonntag um 11.55 Uhr zur Abholung auf dem Plan. Abflug 15.00 Uhr. Voraussichtliche Ankunft in Köln um 17.50 Uhr Ortszeit.

 

Samstag den 28.2.09

 

Mit dem Taxi geht es auf den Wochenmarkt von Belek. Bei unserer Ankunft gegen 9.00 Uhr ist noch kein Betrieb und so können wir uns in aller Ruhe das vielfältige Angebot an Klamotten bis hin zu Obst und Gemüse ansehen. Naja, und weil wir noch ein wenig Platz im Koffer haben, können wir den uns preiswert erscheinenden Angeboten an Polohemden einfach nicht entziehen.

 

Gegen Mittag sind wir wieder im Hotel und tatsächlich hat sich der Himmel an diesem tag aufgeklart und die Sonne scheint. Allerdings weht ein recht kalter Wind aus Richtung der verschneiten Berge des Taurusgebirges. Lange halten wir es daher nicht aus und ziehen uns am späten Nachmittag wieder ins Hotel zurück.

 

Sonntag den 1.3.09

 

Unsere Koffer sind rasch gepackt und dann lassen wir uns ein letztes Mal unser tolles Frühstück schmecken. Pünktlich um 11.45 Uhr steht der Bus vor der Tür und wir werden abgeholt. nach ein paar kleinen Umwegen die nötig sind, um noch andere Ögerleute abzuholen, treffen wir um 13.00 Uhr am Flughafen ein.

 

Bei unserem letzten Zigarettchen vor Köln, vor dem Hauptgebäude des Flughafens Antalya trifft uns fast der Schlag. Ein(e) alte(r) Bekannte(r) aus der Heimat, der (die) im relativ hohen Alter immer noch nicht ganz sicher zu sein scheint, ob er (sie/es) Männchen oder Weibchen ist, stolziert an uns vorbei, allerdings ohne uns wahrzunehmen. Wie klein ist doch die Welt. Aber, sie wird noch kleiner, denn wie es der Zufall will, ergattert er/sie/es auch noch den einen von über 200 Sitzen direkt neben Edith. Für Unterhaltung auf dem über 4,5 Stunden dauernden Rückflug ist also gesorgt, denn er/sie/es hatte nach 3 Wochen Türkei natürlich eine ganze Menge aus dieser ihrer anderen Welt zu erzählen. Und eine Stunde vor der Landung in Köln entwickelt sich noch ein heftiger Disput zwischen er/sie/es und ihrem Vorder- und Hintermann. Böse Ausdrücke fliegen vor und zurück und als der Spuk vorüber ist sind wir froh, dass nicht auch noch Fäuste flogen. Das alles war nun dem geringen Sítzabstand des Sun-Express-Bombers geschuldet. Eben masse statt Klasse. Unterm Strich keine wirklich zu empfehlende Airline. Aber für den Nahverkehr in die Türkei, was soll's.

 

Nun gut, gegen 18.00 Uhr setzt die Maschine in Köln auf. Die Einreiseformalitäten einschließlich Zollkontrolle sind rasch erledigt und wir machen uns mit unserem am Flughafen wartenden Lupo auf den Weg nach Hause.

 

Gegen 20.00 Uhr endet hier in Wehr eine schöne und interessante Kurzreise in die Türkei. Wir beide sind sicher, in diesem wunderschönen Hotel waren wir nicht zum letzten Mal und können es nur empfehlen.

 

Und vielleicht wird ja bis zu unserer nächsten Reise die Welt zumindest im Flugzeug ein klein wenig größer geworden sein.

 

 

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