Mein Reisetagebuch
 


 

Sultanat Oman

5. –19. Juni 2005

 

Sonntag der 5.6.2005

Für 6:30 Uhr ist der Start in den mittleren Osten, in das Sultanat Oman angesagt und pünktlich kommt auch Dirk unser Chauffeur an diesem mit ca. 8 ° C in Deutschland recht kühlen Junimorgen. In gemütlicher Fahrt geht es über Sinzig und die B 9 nach Bonn und von hier über die Autobahn zum Flughafen Düsseldorf.

Pünktlich um 9.40 Uhr hebt unsere mit 49 Passagierplätzen sehr kleine und relativ enge und kleine

Zubringermaschine der Swiss Air nach Zürich ab und bringt uns in einem ruhigen Flug in ca. 45 Minuten

Richtung Süden hinunter nach Zürich Kloten. Kloten ist ein hochmoderner, piksauberer Flughafen. Mit

der ferngesteuerten, vollautomatischen Bahn fahren wir, wie von Geisterhand gesteuert unterirdisch

 hinüber zum Terminal E, an dem unser Swiss Air Airbus bereits am Abfertigungsfinger angedockt ist,

 um uns nach Muscat zu fliegen.

Bevor wir unsere Maschine besteigen, die um 12.20 Uhr pünktlich abhebt, gönnen wir uns im Flughafenrestaurant erst noch ein  Zigarettchen, denn es soll, wie mittlerweile fast alle Flüge auf dieser Welt, ein langer Nichtraucherflug werden.  Wenn Kloten auch im Vergleich zu Frankfurt oder Düsseldorf ein relativ kleiner Flughafen ist, so schafft es doch auch er, bei uns das Gefühl für die große, weite Welt zu wecken, denn aus aller Welt schweben hier die Giganten der Lüfte, die Jumbo Jets der Singapore – und  Thai Airline ebenso ein, wie Flieger von American Airlines oder Emirates. In etwa in gleicher Zahl, wie die Maschinen hereinkommen, so heben sie auch wieder ab, so dass die Zahl der Maschinen vor dem internationalen Terminal mit etwa 15-20 in etwa konstant bleibt.

Unsere Maschine, eine Boeing 737 ist nicht vollständig ausgebucht. Die Passagiere sind eine bunte Mischung aus einigen wenigen Europäern, Afghanen, Pakistanis, Omanis, und Leuten aus den Emiraten. Die Swiss Air Linienmaschine ist im Vergleich zu anderen Fliegern, etwa den Touristenbombern der LTU relativ geräumig. Die Fernsehschirme, in den Rücklehnen der Vordersitze eingelassen, bieten außer der Flugstreckeninformation Unterhaltung per Videofilm oder elektronischen Spielen.

Unser Flug führt uns also nach einem problemlosen und pünktlichen Start quer über die Alpen, Österreich, Jugoslawien, Bulgarien und Rumänien nach Istanbul und über die Türkei nach Zypern in Richtung naher Osten. Gleich nach dem Start wird uns ein wunderbares Essen mit, was sollte es auch anderes geben,  Züricher Geschnetzeltem und Berner Rösti serviert. Danach gibt es kostenlos Kaffee und zwischendurch alkoholische und nicht alkoholische Getränke unserer Wahl in beliebiger Menge. Der Service ist einfach perfekt, das Personal professionell und ausgesucht höflich und freundlich. Wir überfliegen in einer Höhe von knapp 12.000 m  und mit knapp 1000 km/h über Larnaka,  anschließend Syrien und bewegen uns dann entlang der Irakischen Grenze über Saudi Arabien. Schließlich schwenkt die Maschine etwas nach Norden über den Persischen Golf ein, um in Dubai gegen 21.00 Uhr einen Zwischenstop einzulegen. Hier ist für die ganz überwiegende Mehrzahl der Passagiere offensichtlich Endstation dieses Fluges. Wir nutzen den etwa 20 minütigen Aufenthalt und verlassen die Maschine für ein Zigarettenpäschen in der überwiegend von Flughafenpersonal überfüllten Raucherbox. Lästig ist, dass auch wir als Transitpassagieren eine erneute, intensive Boardingkontrolle nicht durchlaufen müssen, welche die meiste Zeit unseres kurzen Aufenthaltes auf diesem hochmodernen und sehr ansprechend gemachten Flughafen mit seinem sehr exotisch wirkenden Publikum in Anspruch nimmt.

Gegen 21.40 Uhr hebt unsere Maschine erneut pünktlich zu dem nur  ca. 45 minütigen Flug in den Oman, nach Muscat, ab. Nur eine handvoll Passagiere bevölkert nun noch unseren Flieger. Kaum haben wir die Reiseflughöhe von knapp 10.000 m erreicht, leitet der Pilot auch schon wieder den Sinkflug auf den Flughafen Muscat ein. Ruhig und sicher setzen wir auf der Landebahn in Muscat auf.

Der Temperaturschock ist gewaltig, als wir dem Flugzeug  entsteigen obwohl  zwischenzeitlich der Stundenzeiger bereits gegen  22.30 Uhr gewandert ist. 36°C hatte uns der Pilot beim Anflug auf den Oman vorhergesagt und die schlagen uns erst einmal gewaltig mitten in unsere Gesichter.  Schon auf der Gangway schießt uns der Schweiß aus allen Poren und Kondenswasser auf den Brillengläsern vernebelt den Blick auf dieses Land, das wir heute Nacht zum ersten Mal betreten. Halbwegs erträglich wird es erst wieder im klimatisierten Flughafengebäude. Worauf haben wir uns da eingelassen?

Die Einreiseformalitäten nebst Visabeschaffung sind schnell und unkompliziert erledigt. Nachdem wir den Zoll passiert haben und die Ankunftshalle betreten, sind wir erst einmal angenehm überrascht. Eine Unzahl gleich, in weißen langen Gewändern gehüllte Männer bevölkern die Ankunftshalle. Sie alle tragen uns gleich erscheinende Käppis mit hellblauen Stickereien. Teilweise begleiten sie in vollständig in schwarz gekleidete, überwiegend im Gesicht verschleierte Frauen. Wir entdecken gleich am Ausgang unseren Reiseleiter mit einem L’Tur Schild, auf dem unsere Namen Mr./s Goßmann prangen. Eine angenehme Überraschung im Vergleich zu unserer letztenÄgyptenreise, die ja als Odyssee am Flughafen Hurghada begann, wo die Reiseleitung vor Ort mit unserer Ankunft nicht gerechnet hatte und man uns daher erst einmal uns selbst überließ. Hier sind wir also von der ersten Sekunde an in guten Händen. Unser Chauffeur bringt uns in das Holiday Inn Hotel, wo wir die nächsten beiden Nächte verbringen werden. Um 23.30 Uhr sind wir in unserem Zimmer angelangt und lassen noch einmal in aller Ruhe und Ausführlichkeit diesen Tag Revue passieren, der der Anfang eine Reise in eine völlig andere Welt sein sollte, wie wir sie in früherer Zeit doch viel öfter unternommen haben. Aber wir sind beide erst einmal glücklich uns stolz,  dass auch unsere mittlerweile fortgeschrittenen Jahre mit all ihren teils beschwerlichen Begleiterscheinungen uns (noch) nicht davon abhalten konnten, Neues zu entdecken. Mit diesen Gedanken schlafen wir ein, einem neuen, erlebnisreichen Tag entgegen.

Montag der 6.6. 2005

Heute nun also ist die Hauptstadt des Sultanats Oman, Muscat, angesagt. Gegen 9.00 Uhr begeben wir uns zu unserem ausgiebigen Frühstück, wo ein Blick aus dem Fenster auf den wolkenlosen, milchig hellblauen Himmel eine kleine Ahnung vom Klima hier gibt. Der erste Schritt aus dem angenehm klimatisierten Hotel konfrontiert uns dann mit der Realität, einer uns unerträglich erscheinenden Hitze. Ganz langsam schreiten wir hinunter in Richtung Hauptstraße und dann nach Süden, in Richtung Stadt, die aber noch weit mehr als 20 Kilometer vor uns liegt, wie wir später feststellen werden.

Auf  der gegenüberliegenden Seite der teilweise mehr als 4-spurigen Einfallstraße nach Muscat Richtung Meer machen wir im satten Grün die ersten palastartigen Gebäude aus. Hieran schließt sich das Diplomatenviertel an. Nach wenigen hundert Metern in glühender Hitze können wir den hupenden Angeboten der Taxifahrer nicht mehr wiederstehen und steigen in ein solches Gefährt ein.

 Es wird gefahren von einem furchtbar dienstbaren und hilfsbereiten Geist, der allerdings weder der

englischen Sprache, noch des Stadtplanlesens mächtig ist. Jedenfalls gelingt es uns nicht, ihn von der

Werthaltigkeit eines Besuchs in der Altstadt von Muscat zu überzeugen. Er beharrt darauf, uns nach

Mutrah zu bringen, das auf unserem kleinen Stadtplanausschnitt von Muscat gar nicht verzeichnet ist.

Es hilft alles nichts und wir wollen schon aussteigen, als er uns zu seinem Freund, dem Besitzer eines

großen Toyota Autohauses bringt, der angeblich Englisch sprechen kann. Er ist tatsächlich der englischen Sprache mächtig genug und überzeugt unseren

Fahrer, uns an das alte Fort in Muscat zu bringen. Bei dieser Gelegenheit versuchen wir gleich, auch noch einen angemessenen Preis für diese Fahrt in

Erfahrung zu bringen. Als der Fahrer bei 10 Oman Rial (OR) startet, was 20 € entspricht, bedeuten wir ihm, dass unter diesen Umständen die Reise hier für

uns zu Ende sei. Auch sein Hinweis, dies sei der Preis der Hoteltaxis vermag uns nicht gnädiger zu stimmen, auch wenn wir keine Ahnung davon haben, wie

weit das Ziel von unserem gegenwärtigen Standort entfernt ist. Als der Fahrer merkt, dass wir an diesem Punkt wirklich ernst machen wollen und die Fahrt

abzubrechen drohen, beginnt sich die Preisspirale nach unten zu drehen, bis sie dann bei ihm bei 5 OR halt macht. Auch das erscheint mir nach der alten,

bewährten Basarregel noch zu viel, denn die Laune unseres Fahrers war noch nicht erkennbar auf einem Tiefpunkt angelangt. Wir einigen uns schließlich auf

4 OR und fahren weiter. Nach vielen Kilometern biegen wir schließlich von der mehrspurigen Straße ab und der Fahrer nimmt den Weg Richtung Meer,

mitten durch einige dunkelbraune, leblose Berge. Hinter diesen Bergen öffnet sich die Hafenbucht von Mutrah und der Fahrer beginnt in
gebrochenem Englisch von Soukhs und Fischmarkt zu schwärmen. Alles erscheint uns hier sehr

pittoresk, die alte Festung auf dem Berg, die große Moschee mit dem blauen Minarett und der direkt

vor uns liegende Fischmarkt. Wir nehmen das Angebot des Fahrers an und steigen aus. Vorher

vereinbaren wir, dass er uns um 15.00 Uhr an gleicher Stelle abholen könne. Hand drauf und ab geht die

Post. Muscat / Mutrah, wir kommen.

Wir nehmen den direkten Weg in die Markthallen, an deren Eingang die Geflügelschlächter ihrem blutigen Handwerk nachgehen. Das frische Geflügel, das hier sein Leben aushaucht, verströmt quasi als letzten Gruß in der Hitze einen sehr unangenehmen, beißenden Geruch. Wir hasten vorbei in den überdachten Teil des Marktes. Hier müssen sich unsere Nasen mit dem völlig andersartigen Geruch von frisch gefangenem Fisch auseinandersetzen. Allerlei Meeresgetier liegt hier kreuz und quer durcheinander. Außer Hai - und Thunfisch aber können wir keines der Meeresgeschöpfe irgendeiner bestimmten, uns bekannten Art zuordnen. Ein paar Schritte weiter gehen die Fischschlächter ihrem blutigen Handwerk nach und zerteilen geschickt die frisch gekauften Fische ihrer Kundschaft in küchenfertige Portionen. Der äußerst strenge Geruch hier lässt ebenfalls keine größeren, länger andauernden Bewunderungen zu. Wir entkommen dem allem durch die relativ harmlos erscheinende Abteilung Obst und Gemüse nach draußen.

Nach dieser geruchsintensiven Einstimmung auf Mutrah ist es für uns an der Zeit, im gegenüberliegenden Hotel Marine in zivilisierter und klimatisierter Atmosphäre unseren Flüssigkeitsvorrat neu aufzubauen. Im obersten Geschoss des Hotels liegt das Restaurant, das neben Getränken zu zivilen Preisen einen wunderschönen Blick auf die Berge, über den Hafen und die Bucht von Mutrah bereit hält.

Das Restaurant ist ganz überwiegend von koreanischen Touristen bevölkert, die hier zu Mittag essen.

Das Speiseangebot hat aber mehr den Charakter von Fast Food und kann uns nicht locken. Außerdem

ist es uns viel zu heiß, um hier etwas zu essen. Wir verziehen uns auf eine Ledercouch in der Ecke und

überlassen die eingedeckten Tische unseren koreanischen Touristenkollegen.  Die beiden

kettenrauchenden Koreaner, die sich kurz darauf zu uns gesellen, machen offensichtlich eine Bierprobe.

Nach Heineken und Tuborg folgen mehrere 0,5 Liter Bavaria-Holland Bierbomben. Nein, auch als gestandener Biertrinker hätten wir das hier unseren

Körpern nicht zugemutet. Die Hitze und der Alkohol hätten uns unweigerlich aufs Krankenlager geworfen. Wie Koreaners das schaffen, bleibt Allahs

Geheimnis. Vielleicht sind das  ja doch andere Menschen, ganz gewiss.

Frisch gekühlt und mit den nötigen Flüssigkeitsvorräten versehen, machen wir uns anschließend auf, tiefer in das Städtchen hinein. Jetzt stellen wir fest, dass dieser Besuch völlig falsch getimet war, denn alle Geschäfte machen hier wegen der wahnsinnigen Hitze, das Thermometer steigt auf über 40 ° C, in der Zeit von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr zu. Wir schleppen uns mühsam durch den ausgestorbenen Ort und langsam macht sich die Überzeugung in uns breit, dass wir unsere Abfahrtzeit mit 15.00 Uhr viel zu spät vereinbart haben. Wir folgen den vereinzelten Schatten, welche die fast senkrecht stehende Sonne nur ganz spärlich produziert und landen nach einem kleinen Gang durch den ausgestorbenen Soukh wieder am Hafen. In einer Saftbar  bekommen wir noch ein letztes Wasser,  bevor auch dieses Lokal die Gittertore herunter lässt. So schleppen wir uns langsam an unseren Ausgangspunkt zurück, als plötzlich unser Chauffeur uns schon von weitem zuwinkt. Wir waren zwar eine halbe Stunde zu früh, werden aber von ihm bereits erwartet und aufs Herzlichste begrüßt. Scheinbar laufen zu dieser Zeit die Taxigeschäfte für nicht besonders prächtig. Jedenfalls geht es in zügiger Fahrt durch den immer dichter werdenden Feierabendverkehr in Richtung Holiday Inn, das er mit nachtwandlerischer Sicherheit findet. Hier ist er offensichtlich mehr zuhause als Downtown Muscat.

Zurück im Hotel haben wir uns erst einmal einen Kaffee verdient, dann eine gute Stunde absolute Ruhe. Gegen 17.00 Uhr brechen wir noch einmal auf, um uns in einem kleinen Laden um die Ecke mit Getränken zu versorgen. Dann zurück, duschen und zum Dinner, das wir uns in 1 ½ Stunden genüsslich zu Gemüte führen und bei dem wir diesen Tag in Muscat noch einmal Revue passieren lassen. Ein schöner Ausklang eines, wegen des gewöhnungsbedürftigen Klimas doch sehr anstrengenden ersten Tages im Oman.

Wir stellen jedenfalls fest, dass dies hier eine der heißesten Ecken der Erde zu sein scheint, die wir auf unseren bisherigen, ausgedehnten Reisen jemals besucht haben. Salalah soll dem Vernehmen nach etwas kühler sein, warten wir es ab. Andererseits erfüllt es uns ein wenig mit Stolz, dass auch das fortgeschrittene Alter und die damit einhergehenden Unpässlichkeiten uns bis heute nicht daran hindern, Neues zu entdecken.

Für den kommenden Tag gibt es kein Programm. Gegen 13.00 Uhr werden wir im Hotel abgeholt, unsere Maschine nach Salalah startet gegen 15.00 Uhr und wenn alles klappt, woran kein Zweifel aufkommen muss, werden wir zum Dinner am Abend im Hilton Salalah Platz nehmen können.

Dienstag den 7.6.2005

Relativ gut ausgeschlafen genießen wir ab 9.00 Uhr eine gute Stunde lang das Frühstücksbüfett des Holiday Inn und beobachten den Gärtner, der draußen in der prallen Sonne kniend ein Beet vom Unkraut befreit. Im Swimming Pool aalt sich ein Europäer. Kleine Vögelchen suchen ab und zu keuchend den Schatten auf der Fensterbank und werfen sehnsüchtige Blicke auf die Krümel auf den Frühstückstischen, die für sie aber unerreichbar bleiben denn, die Fenster des klimatisierten Frühstücks Restaurant können nicht geöffnet werden. Die wenigen Gäste verlieren sich an den verschiedenen Tischen des überdimensioniert erscheinenden Frühstücksraumes.

Die genaue Lektüre der jeden Morgen unter der Tür liegenden Tageszeitung offenbart uns, was am heutigen Tag uns in diesem Land wettermäßig erwartet. Muscat 42 ° C mit einer Luftfeuchtigkeit von 25-60 %. Die Dhofar Region im Süden um Salalah meldet Höchsttemperaturen um 34 ° C und vereinzelt Schauer in den Bergen. Die Luftfeuchtigkeit liegt hier allerdings bei bis zu 80 %. Ein ganz anderes Klima also und wenn die Beschreibungen in der Omaninformation stimmen, dürften dies auch schon die ersten Vorboten des Mitte Juni im Süden des Oman regelmäßig einsetzenden Monsuns sein.

Wir unternehmen an diesem Vormittag nichts mehr besonderes, sondern bereiten uns in aller Ruhe auf unsere Weiterreise nach Salalah vor. Die Koffer haben wir erst gar nicht vollständig ausgepackt, so dass die Packerei zur Weiterreise an diesem Tag eher eine Kleinigkeit bleiben wird.

Rechtzeitig haben wir die Abreiseformalitäten in unserem Hotel erledigt und warten in der klimatisierten Lobby darauf, von Bahwan Tours, unserem lokalen Reiseveranstalter zum Flughafen gebracht zu werden, was für 13.15 Uhr vorgesehen war. Um 12.45 Uhr kam ein hochgewachsener junger Mann in Landestracht zu uns und stellte sich als unser Chauffeur zum Flughafen vor. Nein, wir sollten uns Zeit lassen, er sei viel zu früh. Wir sind aber bereits reisefertig und steigen in den großen, klimatisierten Toyota Allrad Jeep ein, mit dem wir nun in rascher Fahrt zum Flughafen Muscat gebracht werden. Wir fahren vorbei an der großen Moschee, auf die der Fahrer ganz offensichtlich sehr stolz ist. Etwas enttäuscht ist er von uns vielleicht deshalb, weil wir dieses monumentale Bauwerk während unseres kurzen Aufenthaltes in Muscat gar nicht besichtigt haben, was auch für Touristen und Frauen nach seiner Auskunft zu bestimmten Zeiten möglich und ein unbedingtes Muss ist. Wir unterhalten uns während der sehr angenehmen Fahrt zum Flughafen über den Oman und Deutschland, an dem er sich sehr interessiert zeigt und schließlich auch über den Süden des Oman, Salalah. Er klärt uns auf, dass die Menschen im Süden des Oman von der dunklen Hautfarbe her eher dem Menschenschlag zuzurechnen sei, der im Jemen zuhause und schon stark nach Afrika orientiert ist. Nach seiner Auskunft ist auch unser Vorhaben, auf eigene Faust den Süden per Auto zu bereisen, völlig problemlos möglich. Wir werden uns überraschen lassen.

Am Flughafen angekommen, sind wir erneut sehr angetan von der Modernität und Sauberkeit dieser Anlage. Es herrscht kaum Betrieb. Auch dieser Teil der Reise verläuft also völlig stressfrei, keine Warteschlange vor den Abfertigungsschaltern, kein Gedränge, wie wir es von anderen Flugreisen her kennen. Einfach eine völlig entspannte, bestens durchorganisierte Art zu reisen, wie wir sie schon seit langen Zeiten nicht mehr erlebt haben. Die Sicherheitskontrollen passieren wir völlig ohne Probleme, wenn wir auch mit über 45 kg reichlich Übergepäck haben, alles kein Problem.

Befreit von unseren schweren Koffern begeben wir uns in die Abflughalle, wo ein bestens sortierter Duty Free Shop auf uns wartet, der vom Angebot her mit Sicherheit mit allen großen Flughäfen dieser Welt konkurrieren kann. In der sehr großzügig dimensionierten Abflughalle halten sich überwiegend Passagiere auf, deren Heimat die umliegenden Regionen um den Indischen Ozean, Pakistan, Indien, Persien sein mussten. Lediglich eine handvoll Europäer können wir anhand ihres Aussehen als solche identifizieren. Die Zeit bis zum Einchecken ist mit ca. 1,5 Stunden mehr als reichlich bemessen und wir überbrücken sie bei einem Becher gesüßten Milchkaffee in einem der vielen Flughafenrestaurants bei einer guten Zigarette. Die ganze Atmosphäre dieses Landes, wie wir es bis hierher erlebt haben, hat etwas beruhigendes, sehr entspanntes für uns. Wären nicht diese unsäglich heißen Temperaturen, es wäre ein Land zur totalen Entspannung und Erholung. Der Hitze des Tages aber können wir heute größtenteils entgehen, haben wir uns doch bisher lediglich aus dem klimatisierten Hotel zum Auto und vom klimatisierten Auto in das klimatisierte Flughafengebäude von Muscat bewegt.

Gegen 15.00 Uhr begeben wir uns in den Abfertigungsraum für den Flug nach Salalah. Unsere Mitreisenden scheinen ausschließlich in dieses Land zu gehören, uniform in weiß gekleidete Männer und ausnahmslos in schwarz verhüllte Frauen warten hier auf den Aufruf der Maschine. Nach der Anzahl der hier versammelten Passagiere dürfte die Boeing 727-400 nicht ausgebucht sein. Ein Bus voll mit Passagieren wird dann auch zu der auf dem Vorfeld wartenden Maschine gefahren. Obwohl wohl jeder, wie auch wir, den auf der Bordkarte vermerkten Platz zugewiesen bekommen haben, geht sofort ein wildes Geschachere um die Sitzplätze los. Männer zu Männern, Frauen zu Frauen. Plötzlich kommt ein neuer Pulk Passagiere hinzu, die nicht mit uns im Warteraum gesessen haben. Das könnten Stand By Passagiere sein, die im letzten Moment gebucht haben und den Kampf um die Sitzplätze erneut entfachen. Bis alle Plätze mit Hilfe der teils energisch durchgreifenden  Flugbegleiter verteilt sind, ist unsere planmäßige Abflugzeit verstrichen. Dennoch, es geht irgendwann los und wir überfliegen nun in großer Höhe für eine gute Stunde eine menschenleere, gebirgige, graubraune Wüste. Der Flug ist ruhig und wir genießen ein schmackhaftes Mittagsmahl, bestehend aus orientalisch gewürztem Hühnchen mit goldgelbem Safranreis, dazu ein kleiner Obstsalat und Wasser. Nach dem Essen gibt es noch einen starken Kaffee, dann wird auch schon der Anflug auf Salalah eingeleitet. Der Ausstieg aus der Maschine gestaltet sich ähnlich chaotisch wie das Einsteigen, denn kaum hatte die Maschine aufgesetzt, beginnen die ersten Passagiere schon, sich aus ihren Sitzen zu befreien und die Gepäckfächer über den Sitzen zu öffnen. Schnell aber hat der Steward auch diese Ausfallerscheinung in den Griff bekommen und am Ende geht dann alles doch entsprechend den internationalen Gepflogenheiten recht gesittet zu.

Das Vorfeld des Flughafens macht uns unmittelbar brutal mit der neuen Klimazone hier vertraut. Kaum aus dem Flugzeug verspüren wir auf den wenigen Metern zum Flughafengebäude schon an  unseren Händen die um ein vielfaches höhere Luftfeuchtigkeit der Region Dhofar.

Beladen mit unserem ebenfalls heil angekommenen Gepäck treten wir hinaus in die Empfangshalle, wo wir von einem freundlichen, dunkelhäutigen Bediensteten des Hilton Hotels Salalah in Empfang genommen werden. Wir sind also die einzigen Europäer in der Maschine gewesen und die einzigen Gäste, die für das Hilton an diesem Abend mit der Maschine aus Muscat ankommen. 

 In einem kleinen Hotelbus fahren wir zunächst über eine prächtige, mehrspurige Palmenallee in

Richtung Stadt. Dann geht die Fahrt weiter über eine autobahnmäßig ausgebaute, von tiefem Grün und

Palmen gesäumte 4-spurige Straße Richtung Westen parallel zum Indischen Ozean. Nein, das müssen

auch hier unten andere Menschen als wir sein, denn ungeachtet der für uns schon im Ruhezustand nur

schwer zu ertragenden Schwüle wird hier entlang der Straße begeistert Fußball gespielt oder gejoggt.

Nach etwa 10 Kilometern scheint die Stadt zu Ende zu sein und wir nähern uns den sehr industriell

anmutenden Hafenanlagen von Salalah. Dazwischen aber kann Edith das Hilton Hotel ausmachen. Nach

einigen weiteren Kilometern dreht unser Fahrer auf die Gegenspur und fährt zurück bis zum Hilton Hotel, das ziemlich einsam zwischen Stadt und Hafen gelegen ist.

Die Anmeldeformalitäten sind unkompliziert, der Welcome Drink in der Lobby ist eine echte und äußerst willkommene Erfrischung. Wir versinken erst einmal in den Polstern der luxuriös ausgestalteten Lobby und lassen dieses großzügig und edel erscheinende Hilton Hotel auf uns wirken.
Mit unserem Zimmer erwartet uns die nächste Überraschung. Rund 40 qm Ausstattungsluxus pur

werden uns hier für die nächsten knapp 2 Wochen umgeben. Der Ausblick aus dem Zimmer auf

einen unendlich langen und breiten, weißen Sandstrand, gegen den der Indische Ozean mit ca. 3 m

hohen Wellen anbrandet und das im Hintergrund hellbraun aufsteigende Gebirge sind schon fast

postkartenreif. Feinster Sandstrand in Richtung Westen erstreckt sich ca. 3 Kilometer bis zu den

Hafenanlagen von Salalah. In Richtung Osten ebenfalls ununterbrochener weißer Sandstrand mit einer

Länge von rund 10 Kilometern bis an die ersten Häuser der Stadt. Wir genießen das alles erst einmal bei einer feinen Zigarette und einem gediegenen Glas

Scotch mit Mineralwasser. Danach packen wir unsere die Koffer aus und dann ist es auch Zeit für unser Abendessen, das Dinner, das in den kommenden

Tagen jeweils ein Höhepunkt des Tages sein wird. 

Das Haupt Speiserestaurant, eins von dreien, bietet an diesem Abend ein Büfett unter dem Motto “Fiesta Neapolitana“. Das Restaurant ist um diese Zeit, immerhin um 20.00 Uhr, allerdings nur sehr spärlich besucht. Das ändert sich im Laufe unseres Besuchs auch nicht grundlegend, außer dass sich etwa 10 Seminarleute im Laufe der Zeit noch zum Essen einfinden. Es mag aber auch dran liegen dass die Gäste zum Dinner sich auf die Zeit zwischen 19.00 Uhr und 23.00 Uhr verteilen und wir an diesem Tag zu den ersten gehören. Edith fällt sofort auf, dass sie an diesem Abend ganz offensichtlich der einzige weibliche Hotelgast in diesem Hause zu sein scheint. Das Servicepersonal ist besonders aufmerksam und zuvorkommend. Die Auswahl an Salaten, warmem Essen und Beilagen entspricht ohne Abstriche dem europäischem Standard eines 5 Sterne Hauses. Wir nehmen allerdings das Angebot nicht wahr, uns ein frisches Steak grillen zu lassen, was möglicherweise eine Bereicherung des Buffets dargestellt hätte. Es wird an diesem Abend  aber auch sonst genügend schmackhaftes und interessantes geboten, um unsere Gaumen zu verwöhnen. Nach dem Essen trinken wir noch einen American Coffee und machen uns anschließend auf zu einen kleinen Rundgang um den Pool in Richtung Strand. Die Hafenanlage in der Ferne ist jetzt in gelbes Scheinwerferlicht getaucht und sieht nicht einmal schlecht aus. Nicht mehr so störend jedenfalls wie am Tage. Im Hintergrund faucht der Indische Ozean wenig vertrauenserweckend, geschweige denn zu einem Bade einladend. Draußen auf Reede liegen mehrere Frachter und warten offensichtlich darauf, in den Hafen einlaufen zu können. Über uns funkelt ein sternenklarer Himmel. Für heute soll es das dann Mal gewesen sein und wir verziehen uns auf unser Zimmer, um dem morgigen, eigentlich ersten richtigen Urlaubstag, der in vollem Umfang der Erholung gewidmet sein soll, entgegen zu schlummern.

Mittwoch den 8.6.2005

Es muss erst in den frühen Morgenstunden gewesen sein, als wir richtig in den Schlaf kommen. Um keine Erkältung zu riskieren, bleibt über Nacht die Klimaanlage im Zimmer ausgeschaltet was allerdings dazu führt, dass selbst das dünne Baumwolllaken im Bett zu warm ist.

Um 8.00 Uhr beginnen wir dann an dem vielfältigen Frühstücks Buffet herumzuexperimentieren. Besonders fein schmecken die frisch gepressten Säfte. Die dienstbaren Geister des Hilton sind ständig um uns herum und intensiv um unser Wohl besorgt, so dass es einem schon beinahe aufdringlich erscheint. Nach
1 ½ Stunden ist unser Frühstücksritual beendet und wir erkunden auf einem kleinen Rundgang erneut die Poolanlage und den Strand. Alles ist piksauber und sehr schön angelegt. Hohe Palmen spenden reichlich Schatten auf der Liegewiese. Am Strand sind mehrere kleine Pavillons aufgestellt, unter denen ebenfalls Liegestühle aufgestellt sind. Dazwischen etwa 50 m weißer Pudersandstrand, bis der unendliche erscheinende Indische Ozean mit seinen unermüdlich herandonnernden Wellen Besitz vom Strand ergreift.

Laut der auf dem Frühstückstisch ausgelegten Gästeinformation erwartet uns heute ein Tag mit 31 ° C Höchsttemperatur und einer Minimumtemperatur von 26 ° C. Der Indic ist 26 ° C warm, der Pool 28 ° C. Auch wenn uns die hohe Luftfeuchtigkeit auch bei der kleinsten Anstrengung den Schweiß aus den Poren treibt, so haben wir doch alles in allem beste Voraussetzungen für einen erholsamen Urlaub angetroffen.

Bevor wir uns an den Stand verziehen, kann ich mit Hilfe einer sehr netten, jungen, schwarz eingehüllten Dame an der Rezeption ein kleines Problemchen lösen. Wir haben ab Donnerstag bei Budget Oman einen kleinen Toyota Echo gebucht, den wir laut Buchungsunterlagen im Crowne Plaza in Salalah, also mindestens 15 Kilometer entfernt in der Stadt abholen sollten. Ein kurzes Telefonat mit dem Stadtbüro von Budget hat zum Ergebnis, dass die Leute uns morgen den Wagen in unser Hotel bringen werden. Damit haben wir uns den Kampf mit den Taxifahrern und die Fahrt in die Stadt bei diesen Temperaturen erst einmal erspart. Laut telefonischer Auskunft soll dieser Service von Budget auch kostenlos sein. Wenn also auch das noch klappt, würde sich ein weiterer absoluter Erfolg in der Reiseplanung an alle bisherigen reihen. Volles Kontrastprogramm zu Ägypten also.

Nachdem dies in die Wege geleitet ist, verkriechen wir uns unter einen kleinen Pavillon direkt am Strand vor der senkrecht stehenden Sonne, die erbarmungslos auf das Land herunter brennt. Die Wellen des Meeres werden immer höher und kommen immer näher. Für den Nachmittag ist der Höchststand der Flut angesagt. Wir bleiben mehr oder weniger regungslos im Schatten liegen und beobachten stundenlang dieses Naturschauspiel. Mehr bleibt uns an diesem Tag nicht übrig.

Mit einem guten Kaffee im Strandrestaurant beende ich für meine Person diesen Strandtag, während Edith die nach 16.00 Uhr angenehmer werdenden Temperaturen noch eine weitere Stunde auf der Liege ausnutzt. Ein erholsamer Urlaubstag in sehr angenehmer Umgebung ohne Massenstress geht also so zu Ende. Das alles kann man sicherlich ein, zwei oder auch drei Tage machen. Wenn dann aber die Neugierde wächst, außer dem Hotel etwas mehr vom südlichen Oman zu erfahren, und sei es nur die Stadt und die nähere Umgebung zu erkunden, ist man im allein und relativ abseits gelegenen Hilton nicht besonders gut aufgehoben. Öffentlicher Nahverkehr, etwa mit Bus in die Stadt findet hier nicht statt. Draußen vor dem Hotel lauern eine Vielzahl von Taxis und auch über das  Hotel kann man sich den Taxitransfer in die Stadt für ca. 20 Euro organisieren lassen.

 Den Versuch, ein freies, vor dem Hotel wartendes Taxi zu organisieren, ersparen wir uns, denn die da

draußen haben eine Monopolstellung und sind sich in der Preisgestaltung sicherlich einig. Da wir keine

Ahnung haben, was ein realistischer Preis ist, sind wir natürlich gegenüber den Einheimischen

hoffnungslos im Nachteil. Sie können sich zu diesem Thema untereinander austauschen und würden uns

niemals verraten, was sie denn für solch eine Fahrt mit einem freien Taxi zu zahlen bereit sind. Also

lassen wir das und fühlen uns in unserer Entscheidung bestärkt, unsere Mobilität eigenständig mit

einem Mietwagen sichergestellt zu haben. Der Mietwagen erscheint uns im 7 Tage Tarif von L’tur von Deutschland aus gebucht angesichts des hier

angetroffenen Preisniveaus nicht überteuert.  Wir werden ab morgen sehen, was wir da eingekauft haben.

Am Abend ist ein koreanisches Buffet angesagt. Nach einer hervorragenden Suppe gibt es schmackhaften und exotisch gewürzten Salat vom Salatbuffet. Als Hauptgang wähle ich verschiedne Sorten Fleisch und sehr feinen Basmati Reis.  Zum Abschluss Käse und ein Leckerchen vom Dessertbuffet. Mit diesem weiteren kulinarischen Höhepunkt geht dieser Tag langsam zu Ende. Wir schlendern noch ein wenig an den kleinen Geschäftchen im Hotel vorbei und unterhalten uns noch ein wenig mit dem netten, sehr dunkelhäutigen jungen Mann an der Rezeption. Er schildert uns, wie man sich den Monsun hier vorzustellen hat. Für uns kaum nachzuvollziehen, wie man sich auf eine solche Nebel- und Nieselregenperiode freuen kann. Die aber ist für die Region lebenswichtig. Besonders hebt er hervor, dass in dieser Zeit nicht die Sonne scheint, was für die Menschen hier eine besondere Erleichterung darstellt.

Zum Abschluss überreicht er uns noch eine kleine Karte der Region mit den Stadtplänen der größeren Orte und Städte in der Region. Das Studium dieser Unterlage zeigt uns, dass es in den kommenden Tagen doch einiges Interessantes anzusehen gibt.

Im Zimmer angekommen schweift unser Blick noch einmal hinüber über den kilometerlangen Sandstrand in Richtung Salalah. Plötzlich taucht in der Dämmerung eine etwa 20 köpfige Kamelherde auf, die wohl an dem kleinen, ins Meer fließenden Fluss zum Tränken geführt wurde. Nach einer halben Stunde verschwindet diese Herde wieder ins Hinterland so geheimnisvoll, wie sie gekommen ist.

Donnerstag den 9.6.2005

Um 7.00 Uhr klopft jemand, offensichtlich versehentlich, an unsere Türe. Damit ist die Nacht für uns um. Der Strand liegt noch unter einem weißen Nebelschleier und dunkelgraue Wolken ziehen vom Meer her in Richtung der Berge im Hinterland. Eine halbe Stunde später hat die Sonne schon ganze Arbeit geleistet, und diesem Naturschauspiel ein Ende bereitet. Ein klarer Morgen mit einer hell strahlenden Sonne gibt den Auftakt für diesen Tag.

Nach unserem gewohnt ausgiebigen Frühstück und der Tischreservierung für das abendliche Barbecue am Strand wandeln wir in die Lobby und überpünktlich tritt ein freundlicher junger Mann in Landestracht auf uns zu, der Repräsentant von Budget Car.  Rasch und unbürokratisch sind die Formalitäten erledigt und eh wir uns versehen, sind wir stolzer Besitzer eines weißen Mitsubishi Lancer. Zwar hatten wir mit Toyota Echo eigentlich einen Kleinwagen gebucht, aber das hier für das gleiche Geld war auch nicht schlecht. Budget war mit zwei Leuten gekommen, so dass wir den Budget Mann nicht auch wieder an den Flughafen fahren müssen, was wir natürlich gerne getan hätten, hat er uns doch eine Taxifahrt mit über 15 Kilometern erspart. Auf dem gleichen Wege können wir das Fahrzeug wieder abgeben. Es wird nach 7 Tagen wieder im Hotel abgeholt, und das alles ohne einen Cent extra. So also setzt der Oman seinen guten Eindruck von perfektem und professionellem Service für uns fort.

Als nächstes ist Geldwechsel angesagt, denn morgen ist Freitag und damit moslemischer Sonntag, an dem normalerweise die Geschäfte geschlossen sind.  Wir folgten dem Rat des Autovermieters und finden auf Anhieb einen Geldwechsler in der Innenstadt, der uns zu einem anständigen Kurs unsere Euro in Rial wechselte.  Da es zwischenzeitlich schon nach 11.00 Uhr ist, verzichten wir darauf, den Soukh zu besuchen, der ohnehin bald schließen wird. Statt dessen fahren wir in Richtung Jemen nach Süden, die Hauptausfallstraße hinaus aus der Stadt. Jetzt versorgen wir uns erst einmal mit ausreichend Trinkwasser.
0, 150 RO pro 1,5 Liter in dem kleinen Supermarkt sind ein Spottpreis im Vergleich zu den 1.700 RO, die wir im Hilton für eine große Flasche Wasser hinblättern müssen. Das ist eben 5 Sterne Luxus, den wir uns hier leisten und der seinen Preis hat.

Danach geht unsere Fahrt weiter über die gut ausgebaute, fast menschen- und autoleere Straße am Hafen von Salalah vorbei Richtung Westen nach Al Mughsayl. Hier bekommen wir einen ersten Eindruck von der wilden Landschaft und dem lebensfeindlichen Gebirge, das hier bis an die Küste heran reicht. Nur ganz vereinzelt spitzt etwas Grün aus dem kargen, dunkelbraunen Geröll. Dazwischen ein paar eingezäunte Palmen und Weihrauchbaum Plantagen.

Abgesehen von einer größeren militärischen Anlage, die aber keinen besonders belebten Eindruck

macht, fahren wir durch scheinbar unbewohntes Gebiet. Ab und an naschen ein paar frei herumlaufende

Kamele an dem vereinzelten Grünzeug, das ist alles, was uns an Leben hier begegnet. Nach einigen

Kilometern durch schroffes Gebirge fällt die Straße steil ab zum Meer und es eröffnet sich die weite

Bucht von Mughsayl. Am Strand stehen liebevoll gestaltete, feste Picknick Häuschen, die vereinzelt

auch benutzt werden. Der Ort selbst besteht aus einer Reihe von einheitlich aussehenden Häuschen und

einer kleinen Moschee. Dass dies tatsächlich der Ort

Mughsayl ist und keine verlassene Ferienanlage, können wir eigentlich nur an den auf dem Strand liegenden Fischerbooten erkennen. Am Ende der

Ansiedlung liegt auf der einen Seite eine kleine Tankstelle und am Strand gegenüber ein Fischrestaurant, wie es im Reiseführer beschrieben steht. Das war

ist Al Mughsayl. Angesichts der großen Mittagshitze ersparen wir uns den Spaziergangs zu den im Reiseführer beschriebenen Blow Holes, aus denen das

Meerwasser bis zu 30 Metern in die Höhe schießt und fahren noch ein Stückchen weiter durch eine grandiose, unberührte Berglandschaft, in der sich brauner

Fels mit fast reinweißem Kalkgestein abwechselt und so ein herrliches Farbenspiel abgibt. Da nach dem Wegweiser der nächste Ort aber noch sehr weit sein

soll, kehren wir irgendwann in einem großen ausgetrockneten Flusstal um und nehmen den Weg zurück nach Salalah. Bevor wir unseren Wagen für diesen

Tag am Hotel abstellen, machen wir noch einen kleinen Abstecher an den Hafen und werfen einen Blick von den mehrere hundert Meter hohen Klippen

hinaus aufs Meer, wo einige Dutzend Frachtschiffe auf die Einfahrt in den Hafen warten.

Gegen 13.00 Uhr haben wir unseren ersten kleinen Ausflug in den Westen des Dhofar beendet und verbringen den Rest des Tages am Swimming Pool.  Am späten Nachmittag wird es auch hier ein wenig unruhig, denn im hinteren Teil der Gartenanlage wird das Barbecue aufgebaut. Das scheint heute Abend wirklich etwas Größeres zu werden.

Gegen 20.00 Uhr bewegen wir uns in den Garten unseres Hotels. Fackeln erleuchten die kleinen Holzbrücken über den kleinen Teichen in diesem Teil des

Hilton, die Palmen sind stimmungsvoll von Lichterketten erleuchtet und verwandeln den gesamten
Barbecue Bereich in ein stimmungsvolles Ambiente. Im Hintergrund sind verschiedene Grillstationen

mit Fisch, Fleisch aufgebaut, die von den Themen her die Asiatische Küche aus dem Wok über offenem

Feuer, sowie die Mexikanische und  Mongolische Küche abdecken. Wir lassen uns zwei saftige und gut

gewürzte Rindersteaks grillen, dazu jeweils zwei Satèspieße. Das Salatbuffet ist wie immer sehr

reichlich, wobei wir peinlich darauf achten, hier nichts mit Majonäse auf die Teller zu laden. Die ist bei

den schwülheißen Temperaturen heute einfach zu gefährdet. An diesem Abend hat sich der Wind vom

Strand vollständig gelegt und eine für mich unerträgliche Schwüle legt sich über den Strand. Jede auch noch so kleine Bewegung treibt mir den Schweiß aus

allen Poren. Das beeinträchtigt den Genuss dieses phantastischen Barbecue doch sehr und ich bin froh, nach einer guten Stund wieder im klimatisierten

Zimmer sein zu können.

Freitag den 10.6.2005

Der Himmel an diesem Freitag Morgen ist um 7.00 Uhr eigentlich grau-weiß und mit einigen dunklen Wolken bestückt. Die Sonne hängt als große, helle

 Scheibe über dem Horizont, während vom Meer her mehr oder weniger dichte Nebelschwaden auf das Land ziehen. Kein Zweifel, wir dürfen hier den Anfang

der Monsunzeit erleben, die sicherlich nicht über Nacht oder von einem Tag auf den anderen einsetzt, sondern allmählich Besitz von diesem Teil des Oman

ergreift. Nach nur einer Stunde aber hat die Kraft der Sonne die Wolkenreste über dem Meer aufgelöst und es sieht so aus, als gehen wir erneut einem sehr

heißen Tag entgegen.

Der um diese Zeit auf der Straße zwischen Stadt und Hafen bereits merklich einsetzende Berufsverkehr findet an diesem Morgen nicht statt. Nur vereinzelt

uchen einige LKW den Weg in den Hafen. Es ist Freitag, der Tag der Ruhe in der moslemischen Welt.

Wir bereiten uns in aller Ruhe bei unserem ausgiebigen Frühstück auf diesen nächsten Urlaubstag vor.

Zunächst steht ein kleiner Ausflug in die Stadt auf dem Programm, bei dem wir zum einen uns er Leergut entsorgen und zum anderen unsere Wasservorräte

auffrischen wollen.

Erneut bietet der Einkauf im Supermarkt einen Beweis für die außerordentliche Freundlichkeit und Höflichkeit der Leute. An der Kasse spricht mich ein

älterer, einheimischer Mann direkt an und erkundigt sich nach meinem Wohlbefinden. Als ich nur kurz erwidere, dass es mir im Moment sehr heiß sei, nickt

er nur verständnisvoll mit dem Kopf und lässt mir an der Kasse den Vortritt. In der Heimat käme bei uns wohl niemand auf die Idee, einen Ausländer zu

fragen, wie es ihm geht. Das ist der Unterschied. Oman ist auf Schritt und Tritt ein freundliches und angenehmes Land.

Wir fahren weiter hinein in die Stadt und finden auf Anhieb die Strandpromenade. Sie ist fast menschenleer und frei von Autos. In langsamer Fahrt fahren wir

hier entlang, auf der einen Seite der Straße der schäumende Indische Ozean, auf der anderen Seite eine Reihe von zum Teil halb verfallenen Häusern, denen

man allerdings deutlich ansieht, dass sie bessere Zeiten gesehen haben. Auch wenn sie noch so unbewohnt scheinen, in  dem einen und anderen Eingang

hocken doch Menschen oder es tummeln sich Ziegen in den Hausfluren. Offensichtlich befinden wir uns hier im überwiegend von Indern und Pakistanis

bevölkerten Schneiderviertel, denn ein Taylorshop reiht sich an den nächsten. Der allergrößte Teil der Geschäfte ist an diesem Freitag Morgen allerdings

geschlossen.

Wir fahren die Stadt hinaus in östlicher Richtung durch die fruchtbaren Ebenen nach Taquah. Auf weitläufigen Farmen mit riesigen Bewässerungsanlagen

werden hier Bananen, Gemüse, Obst und Kokospalmen angebaut. Schon bald aber wird das Land wieder sehr karg. Im Hintergrund grüßen die braunen, hoch

aufsteigenden Berge und auf der anderen Seite in der Ferne der Indische Ozean. Dazwischen suchen vielköpfige Kamel- oder besser Dromedarherden das

letzte Grün zwischen dem Geröll.

Taqah liegt zwischen zwei alten portugiesischen Festungsanlagen. Die Häuser sind maximal drei

geschossig mit Flachdächern im landestypischen Stil erbaut. Zum Teil sind sie aufwendig mit hellem

Kalksandstein verkleidet, was ihnen ein palastartiges Aussehen verleiht. Wir fahren auch hier an der

Strandpromenade entlang, die um diese Zeit, es ist schon fast Mittag, nur von ein paar Kindern und

Ziegen bevölkert wird. Das wird sich auch hier wahrscheinlich gegen Abend ändern, wenn die

Temperaturen ein wenig zurückgehen. Jetzt aber sucht man wohl den Schutz der Häuser vor der

erbarmungslos vom Himmel brennenden Sonne.

In zügiger Fahrt fahren wir wieder Richtung Salalah um uns gegen 13.00 Uhr an unserem unendlich erscheinenden Sandstrand für den Rest des Tages dem süßen Nichtstun hinzugeben.

Ab ca. 16.00 Uhr werden die Temperaturen am Strand wieder erträglicher, nachdem auch eine kleine Runde im Pool keine wirkliche Abkühlung gebracht hat. Es kommt jedenfalls ein leichter Wind auf und über den Bergen im Hinterland bildeten sich leichte Wolken, die teilweise die Sonne verdecken. Gegen 17.00 Uhr beenden wir diesen Teil des Tages. Auf dem Zimmer kredenzen wir uns gegenseitig den obligatorischen Sundowner, bestehend  aus Scotch mit Mineralwasser, dann duschen wir uns das Salz von der Haut um uns anschließend zum täglichen  Zeremoniell des abendlichen Dinners zu begeben. Das Dinner ist heute gekennzeichnet von eher arabischer Küche, sehr exotisch gewürzt und sehr schmackhaft. Anschließend fallen wir satt und zufrieden, andererseits aber auch hundemüde in die Betten.

Samstag den 11.6.2005

Gegen 8.00 Uhr hat es die Sonne erneut geschafft, die dichten Nebel über dem Indischen Ozean und die Wolken ins Hinterland, in die steil aufsteigenden Berge zu schieben.

Wir machen uns nach dem gewohnt üppigen Frühstück auf, das Hinterland ein wenig zu erkunden.

Unsere Fahrt geht zunächst in Richtung Salalah. Da die Straßenbeschilderung von der Bezeichnung der

Orte auf unserer Karte etwas abweicht, verpassen wir zunächst die Ausfahrt nach Atin. Also müssen wir

noch einmal ein paar Kilometer zurück und biegen dann ab in Richtung Gebirge. Mit dem Ende der

Bebauung von Salalah nimmt auch der Straßenverkehr schlagartig ab. Aus der zunächst 4-spurigen

Ausfallstraße wird bald eine gut ausgebaute 2-spurige Straße, die sich in steilen Kehren ins Gebirge hinauf windet. Nur noch ganz vereinzelt kleben ein paar

Ansiedlungen an den Berghängen, dazwischen immer wieder unbeaufsichtigte Dromedarherden, später auch schwarzbunte, relativ kleine und uns mager

erscheinende Kühe. Wir vermögen aus dem fahrenden Auto nicht zu erkennen, von was sich diese Tiere hier oben überhaupt ernähren. Das vereinzelte

Buschwerk ist völlig vertrocknet, bietet aber dem Viehzeug offensichtlich immer noch genügend Nahrung. Ansonsten stellt sich diese gebirgige Landschaft als

eine äußerst spärlich bewachsene Stein- bzw. Geröllwüste dar. Nach ungefähr 30 Kilometern durchs Gebirge, das von tiefen Wadis durchzogen ist, erreichen

wir das Grabmal des Propheten An Nabi Ayub. Es liegt seitlich von der Hauptraße auf einem kleinen Berg und leuchtet von weitem in rein weiß mit einem

teils grün angestrichenen Minarett. Das Gelände um das Grabmal ist mit vielen bunt blühenden Büschen angelegt. Vor der kleinen Anlage steht

ein alter, großer, knorriger Weihrauchbaum. Wir gönnen uns eine kleine Besichtigung. In einem kleinen runden

Raum, der von einer grünen Kuppel überspannt wird, befindet sich das Grab des Propheten, das mit einem grünen,

goldbestickten Brokattuch abgedeckt ist. Am Kopfende steht ein kleiner Holzkohlenofen aus Ton, den der Wächter

mit neuem Weihrauch beschickt, der irgendwie eine würdevolle Atmosphäre in diesen ansonsten schmucklosen Raum

verbreitet. Der Wächter des Grabmals hebt vor dem Eingang noch einen in den Boden eingelassenen Eisendeckel in

die Höhe und zeigt uns den Fußabdruck des Propheten. Er muss mindestens Schuhgröße 50 gehabt haben. Wir sind

erstaunt. Dann folgen wir weiter der Hauptstraße in Richtung Teetam, das auf unserer Karte mit Titam verzeichnet

ist. Von hier an steigt sie Straße noch einmal sehr steil an. Ab jetzt befinden wir uns offensichtlich an einer

Klimascheide. Die Straße verläuft oben weiter auf dem Kamm des Gebirges. Schon bald gibt es keinerlei Vegetation

mehr, nur noch eine Wüste von hellbraunem, feinen Geröll, die von tiefen, ausgetrockneten Flusstälern durch zogen ist.  Anders als die rund 40 Kilometer

zuvor gibt es hier auch keinerlei Anzeichen von menschlicher Besiedlung mehr. Ganz in der Ferne ziehen ungehütete Kamelherden durch die lebensfeindliche

Landschaft. Nach einiger Zeit kommen wir an die Abzweigung nach Ayut (auf der Karte mit Uyun bezeichnet). Wir fahren die 5 Kilometer Teerstraße von der

Hauptstraße ab, um auch diesen letzten, mit einer Teerstraße verbundenen Vorposten zur großen arabischen Wüste zu besuchen. Danach geht es nur noch

über unbefestigte Pisten weiter, für die unser Auto nicht gebaut ist. Als wir den Ort erreichen, werden wir von einer überdimensionierten Betonschwelle

gehindert, ganz hinein zu fahren.  Zum einen habe ich Angst, ich könnte den Unterboden des Autos beschädigen, zum anderen erscheint dieser Ort von der

Bauweise her auch nicht besonders reizvoll. Also kehren wir um und fahren zur Hauptstraße zurück.

Über Quayrun Hayriti geht es wieder hinunter in die Ebene von Salalah, das wir nach etwa 25 Kilometern zügiger Talfahrt wieder sicher erreichen. Allerdings kommen wir jetzt an dem Ostende der Stadt an und nehmen die Gelegenheit war, das zweite 5 Sterne Hotel von Salaha, das Crowne Plaza, zu besichtigen. Die Anlage liegt ebenfalls direkt am Meer, erscheint uns aber ungeachtet der sehr prunkvoll gestalteten Lobby bei weitem nicht so schön wie das Hilton. Offensichtlich war es zu dieser Zeit auch nicht gut besucht, jedenfalls waren sämtliche Liegen am Pool und am Strand frei und auch sonst hielt sich in diesem Hotel niemand auf, der wie ein Gast ausgesehen hätte. Das Beach Restaurant sah sich auch nicht in der Lage, uns einen Kaffee zuzubereiten. Also sparten wir uns das und fuhren zurück in unser Hotel, war zwischendurch doch auch die große Mittagshitze ausgebrochen, zu der sich allmählich die Straßen wieder leerten und die Geschäfte nach und nach schlossen. Am Ende unserer Straße, wo wir zurück zum Hilton in einem großen Kreisverkehr wenden mussten, fuhren wir noch die Shell Tankstelle an, um unseren Benzinvorrat aufzufüllen. Hier nun kam die nächste angenehme Überraschung. Als der Durst unseres Mitsubishi mit rd. 30 Litern gestillt war, zeigte die Uhr einen Preis von 4 OR, was etwa 8 ,00 € entspricht. 0,121 OR / Liter Super Benzin, das sind Zeiten, die bei uns in Deutschland schon sehr lange vorbei sind. Glücklich und zufrieden, beladen mit sehr vielen Eindrücken beenden wir diesen aktiven Teil des heutigen Urlaubstages und begeben uns zur Entspannung zum Pool.

Das Wetter ist an diesem Nachmittag wirklich zweigeteilt. Strahlender Sonnenschein über Strand und Meer. Über den Bergen bildet die hohe Luftfeuchtigkeit hohe weiße Kumulus Wolken aus, die teilweise auch schon einmal die Sonne verdecken. Alles in allem aber ein schöner Urlaubstag.

Am frühen Abend entschließen wir uns, noch einmal in die Stadt zu fahren, da unsere Zigarettenvorräte zur Neige gehen und wir nicht wissen, ob vielleicht doch am Sonntag die Geschäfte teilweise geschlossen sind. Im großen Supermarkt an der Tankstelle decken wir uns zunächst mit unserer Hausmarke Gauloises ein. Hier die nächste Preisüberraschung. Eine Schachtel kostet einzeln 0,450 OR, eine Stange hingegen 4.100 OR (rd.8,50 €), was heißt dass wir eine Schachtel gratis bekommen.  So geht es auch, lieber Herr Eichel, was die Tabaksteuer angeht.

Wir fahren anschließend weiter in die Stadt, um noch einmal die Corniche von Salalah abzufahren. Es ist nun gegen 18.30 Uhr und wir erkennen die Gegend kaum wieder. Überall auf den Straßen wuselt das Leben. Es hat sich ganz offensichtlich aus den Häusern heraus auf die Straße verlagert. Auf der dem Strand zugewandten Straßenseite sind unzählige runde Tische und Stühle aufgebaut und fast ausnahmslos voll mit Männern besetzt. Am Strand wird Fußball gespielt oder man sitzt im Kreis und spielt irgendwelche Spiele oder unterhält sich einfach. Wie runde Stammtische erscheint es uns, nur dass man hier auf der Erde sitzt. Vor den Häusern sitzen die Frauen mit ihren Kindern auf dem Gehsteig. Wir fahren zunächst die gesamte Strandstraße entlang und kehren am Ende in einem Kreisverkehr um. Schließlich halten wir vor einem kleinen Restaurant an und setzen uns zu den Einheimischen dazu, die am Nebentisch genussvoll ihre Sisha rauchen. Wir bestellen uns einen Tee und beobachten intensiv das lebhafte Treiben an diesem Abend. Die ganze Ecke hier hat den uns zunächst verschwendet erschienenen  Charme der Lage abgelegt. Jetzt pulsiert hier das volle Leben der Stadt Salalah. In die tagsüber leblos erscheinenden, teils höhlenartigen Häuser ist auf einmal richtig Leben gekommen. Dennoch, alles geht hier ruhig und vergleichsweise leise zu. Man hört kein lautes Palaver, wie wir es sonst auch aus arabischen Ländern her kennen. Was hätten wir hier nur alles ohne ein eigenes Auto versäumt. Nachdem sich die Sonne endgültig hinter den Bergen verabschiedet hat, leert sich allmählich auch der Strand. Wir ziehen uns in unser Hotel zum Dinner zurück.

Sonntag den 12.6.2005

Gleich nach dem Frühstück ziehen wir heute erneut los. Mirbat, das alte Fischerstädtchen ist heute angesagt. Gleich hinter Salalah müssen wir uns einmal

 mehr durch eine vielköpfige Dromedarherde schlängeln, die sich auf der Straße ungestört breit macht.  Wir durchfahren noch einmal Taquat, mit seinen b

eiden Festungstürmen auf den Hügeln. Dann geht es weiter auf der Straße entlang der

Küste durch eine sich allmählich wandelnde Landschaft Richtung Mirbat. Entlang des Strandes türmen

sich kurz vor der Stadt hohe Sanddünen auf, die die Straße vom Meer trennen. Gleich am Ortsanfang

sehen wir eine Vielzahl von Fahrzeugen aller Art, PKW, LKW, Taxis geparkt. Auf einem großen Platz

stehen 2 große viereckige Gebäude. Zunächst vermuten wir hier einen Markt und fahren in diese

Richtung. Schnell stellen wir fest, dass sich in beiden Gebäuden, streng getrennt voneinander, Männer

und Frauen aufhalten. Von einem dritten, kleinen Gebäude aus tragen Männer ständig

Aluminiumtabletts mit Fleisch ins „Frauenhaus“. Wir werden sofort spontan eingeladen, uns an dem Festmahl zu beteiligen, was wir allerdings dankend

ablehnen. Aber wenigstens das uns angebotene Wasser zum Trinken können wir nicht abschlagen, ohne unhöflich zu
sein.

Ein junger Mann versucht mir mit seinem sehr dürftigen Englisch zu erklären, um was es hier heute

geht. Also, es kann sich um eine Beerdigungsgesellschaft handeln, denn er redet etwas davon, dass

wenn jemand stirbt, die Gemeinschaft ihn mit allem Nötigen unterstützt. Es könnte sich aber auch um

eine Art Wohltätigkeitveranstaltung handeln, deren Erlös den Hinterbliebenen in Not zugute kommen

soll. Wie dem auch sei, so richtig steigen wir nicht hinter diese Veranstaltung, nur so viel nehmen wir

mit, Männer und Frauen leben hier vollständig und streng getrennt in scheinbar verschiedenen Welten.

Eine Lebensweise, die wir als Europäer  gar nicht nachvollziehen können.

Wir besichtigen anschließend das alte Fort und den Hafen, in dem eine große Menge Dhaus vor Anker liegen. Nach einer kleinen Rundfahrt durch das

 Städtchen, das neben Wohnhausruinen durchaus ansehnliche und große, reich verzierte Wohn- und Geschäftshäuser beherbergt, fahren wir wieder zurück in

Richtung Taquah, um noch das als blühenden Garten beschriebene Wadi Darbat zu besuchen. Selbst nach mehreren Anläufen aber haben wir aber nichts

gefunden, was der Beschreibung auch nur annähernd geglichen hätte. Eine kleine, ganz neue Straße die von der großen Hauptstraße ins Landesinnere abgeht

und auf die ein Wegweiser „Darbaath“ hinwies, entpuppt sich nach mehren, steil abfallenden und kurvenreichen Kilometern als Sackgasse, die praktisch im

Nichts endete. Wir versuchen unser Glück noch einmal über die große Hauptstraße, die aber zu keiner Zeit in ein Wadi mündet. Unser Versuch, im nächsten

großen Ort über das Gebirge  Richtung Westen nach Quayrum Hayritti zu kommen schlägt fehl. Die ebenfalls ganz neue Straße endet in einer riesigen

Baustelle, aus der wir Mühe haben, wieder heraus zu kommen. Da wir nicht wissen, wie groß diese Bauselle ist und ob es danach auf einer Teerstraße weiter

geht oder ebenfalls nur noch Feldwege zur Verfügung stehen, verzichten wir auch hier auf die Weiterfahrt ins Ungewisse, um keine Schäden am Auto zu

riskieren. Also fahren wir zurück nach Salalah, gönnen uns in einer Saftbude einen wohlschmeckenden Mangosaft und lassen es für den heutigen Tag an

Abenteuer- und Besichtungstour einmal gewesen sein.

Den Nachmittag am Strand eröffnen wir wie gewohnt mir einer guten Tasse Kaffee auf der Terrasse des Strandrestaurants. Danach geht es für ein paar

Stunden auf die Liege am Strand in die Sonne.

Das Dinner an diesem heutigen Sonntag steht unter dem Motto „Fisch“. Fast alles, was der Indische Ozean hier zu bieten hat, findet sich auf dem Büffet

wieder. Muscheln, Tintenfisch, Krabben, Garnelen, Makrelen und viele andere Fische, deren Namen wir gar nicht kennen. Alles ist sehr schön, schmackhaft

und mit vielen exotischen Gewürzen zubereitet. So ist auch das heutige Abendessen erneut ein kulinarisches Highlight.

Montag den 13.6.2005

Nach dem Frühstück beschließen wir, uns heute ein wenig in Salalah umzusehen. Wir fahren zunächst in den Soukh im Zentrum Richtung Meer.

Zahlreiche kleine Geschäfte bieten überwiegend Parfüm, Bekleidung, Weihrauch in allen Qualitätsstufen an. Wir sind an diesem Vormittag fast die einzigen Besucher. Es ist völlig problemlos, sich durch den Soukh zu bewegen. Es gibt keinerlei Belästigung durch

die Ladenbesitzer, die einen allenfalls freundlich einladen, ihren Laden zu besuchen und sich umzusehen.

Anschließend fahren wir weiter, der Empfehlung des netten jungen Mannes an der Rezeption des Hilton

folgend, zum Kaufhaus Lulu. Hier gibt es das klassische Warenhausangebot eines Kaufhauses

westlicher Prägung vom Fernseher über Bekleidung bis hin zu Lebensmitteln. Interessant ist es hier,

einheimische Gewürze einzukaufen, die für vergleichsweise wenig Geld zu haben sind. Ebenso lohnend

ist es, die Preise für Bekleidung zu vergleichen, die aus unserer Sicht sehr preiswert ist. Diese Art des Einkaufens mit festen Preisen liegt uns mehr als um

jeden Artikel feilschen zu müssen ohne eine Ahnung zu haben, was die angebotenen Waren wirklich wert sind. In diesem Fall muss man sich wirklich einfach

sagen, dass der ausgehandelte Preis für die Ware es einem selbst einfach wert ist, selbst wenn man später feststellen sollte, dass man woanders weniger hätte

bezahlen müssen. In dem Moment war es einem das einfach wert, was man gezahlt hat, basta. 

Gegen 11.00 Uhr hat das Thermometer wieder über 34 ° C erreicht und für uns wird jeder Schritt außerhalb klimatisierter Räume oder außerhalb des klimatisierten Autos zu einer echten Qual. Also ziehen wir uns wieder in die kühle und klimatisierte Atmosphäre des Hilton zurück. Heute soll ein entspannender Ruhetag werden, den wir am Abend noch mit einem kleinen Bummel an die Corniche beschließen.

Zuvor schlägt unser Versuch, bei einem Kappenmacher in der Nähe des Soukh, ein omanisches Männermützchen zu erstehen, fehl. Zum einen sind wir einfach für solche folkloristischen Kleidungsstücke nicht gemacht, zum anderen ist der verlangte Preis von 10 OR einfach zu hoch, denn das Teil hätte allenfalls bei uns für Karneval getaugt. Dafür aber ca. 20 € hinzulegen, steht in keinem vernünftigen Verhältnis.

Bei einer kühlen Cola in einem kleinen Restaurant am Strand genießen wir noch ein wenig mit den Einheimischen des Tagesausklang., nachdem wir uns zuvor noch einen kleinen Eindruck von dem riesigen Palast des Sultan von außen verschaffen können, der streng von der bewaffneten Palastwache bewacht wird.

Wir lassen uns am Abend das sehr stark und scharf gewürzte asiatische Büffet munden. Dann ist auch dieser Tag ein Teil dieser Urlaubsgeschichte.

Dienstag den 14.6.2005

Direkt nach dem Frühstück brechen wir zu unserer Halbtagestour ins Gebirge auf, westlich von Salalah. Bis AL Mughsayl ist uns die Strecke ja bekannt,

doch heute wollen wir noch etwas tiefer in Richtung Westen und damit auch in Richtung Jemen vorstoßen.  Unsere Landkarte haben wir im Hotel vergessen,

aber nach meiner Erinnerung gibt es eh nur eine einzige befestigte Straße in Richtung Westen, mehr oder weniger an der Küste entlang.

Nach Mughsayl, wo wir uns einmal mehr durch eine größere, etwas streng duftende  Kamelherde

schlängeln müssen,  windet sich die Straße steil mit Steigungen über 17 % in engen Kehren einen ca.

1000 m hohen Berg hinauf. Oben angekommen bietet sich ein gigantischer Ausblick zurück in das tiefe

und wilde Wadi einerseits und auf eine spärlich bewachsene Hochebene in der anderen Richtung. Wir

fahren weiter und kommen nach ca. 20 Kilometer an eine Straßensperre. Militärischer Kontrollpunkt

steht auf dem Schild zu lesen und ein mit einem automatischen Gewehr bewaffneter Soldat steht neben einer geschlossenen Doppelschranke. Er verlangt

unsere Pässe und fragt nach dem Grund unserer Fahrt in dieses Gebiet. Ich erkläre ihm, dass ich nur einen Ausweis dabei habe, die Pässe ruhen sicher im

Hotelsafe, und wir uns nur als Touristen nur die Gegend ein wenig ansehen wollen. Er verschwindet mit meinem Ausweis im nahe gelegenen

 Wachhäuschen und kommt nach einiger Zeit mit einem zweiten, unbewaffneten Soldaten, wohl seinem

Vorgesetzten, zurück. Dieser begrüßt uns sehr freundlich mit den Worten„Welcome in Oman“, nachdem

er uns vorher nach unserer Nationalität befragt hat. Dann fragt er uns nach unserem Wohnsitz in

Salalah. Er erklärt uns, dass heute das Wetter nicht besonders schön sei, was wir bestätigen  können,

denn die letzten Kilometer bis zu dieser Stelle fuhren wir mehrmals durch dichte, vom Meer

heraufziehende Wolken. Small Talk also. Dann bietet er uns Tee oder Kaffee an, was wir allerdings

dankend ablehnen. Meine Frage, ob es denn von nun an gefährlich sei, weiter zu reisen, verneint er und bittet mich lediglich höflich, binnen des nächsten

Kilometers nicht zu fotografieren, worauf uns vorher schon entsprechende Schilder hingewiesen haben. Diese Bitte erfüllen wir selbstverständlich problemlos.

Wir fahren weiter über eine mit spärlicher Vegetation bedeckte Hochebene, von der ab links der Straße tiefe Taleinschnitte abgehen, die teilweise den Blick auf den weit unter uns liegenden Indischen Ozean freigeben. Wir fahren noch weiter bis Arift, ein Ort wie viele auf dem Land, in dem es nichts zu sehen gibt. Einfache kleine schmucklose Häuschen und mitten drin eine weiße, hübsche Moschee, die ruhig als das schönste Gebäude im Dorf bezeichnet werden kann. Wir haben nun von Salalah aus rund 100 km zurückgelegt. Hier oben auf etwa 1000 m Höhe sind die Temperaturen einigermaßen erträglich so dass wir es uns leisten können, zwischendurch auch der Klimaanlage des Autos eine Verschnaufpause zu gönnen. Da wir auch ohne Karte nicht unbedingt näher an die jemenitische Grenze fahren wollen, kehren wir kurzer Hand um und fahren die gleiche Strecke in zügiger Fahrt zurück.

Wieder in Salalah angekommen, machen wir noch einige kleinere Besorgungen im Hinblick auf unsere nahende Abreise in Richtung Heimat. Den Rest des Tages gönnen wir uns Ruhe, Erholung und Entspannung im Hotel.

Mittwoch den 15.6.2005

Heute ist der letzte Tag, den dem wir mit eigenem Wagen mobil sind. Wir nutzen diesen Umstand und fahren in Richtung Muscat. An der 4-spurigen

Ausfallstraße steht ein Schild, Muscat 1079 Kilometer. Diese Strecke hätte mich natürlich neugierig gemacht, aber wir müssen uns nicht zuletzt aus

Zeitgründen damit begnügen, die Strecke nur bis Thamarit zu erkunden. Die Straße wird am Fuße des Gebirges zunächst 2-spurig mit einer zusätzlichen

Kriechspur für die LKW, die sich hier, beladen mit Baumaterial, Wasser, Öl oder lebenden Ziegen im Schritttempo bergauf quälen. Oben im Gebirge

angelangt öffnet sich eine weite, vegetationslose Ebene, die nur von kleinen spitzen Erdkegeln aufgelockert ist. Hier hindurch zieht sich schier endlos das

schwarze Asphaltband der Straße. Schon bald werden auch die Kamelherden beiderseits der Straße weniger und wir fahren durch eine schier unendlich

 erscheinende Geröllwüste, die teilweise, entlang ausgetrockneter Flussläufe mit vereinzelten

Weihrauchbäumen bewachsen ist. Nach rund 60 Kilometern taucht wie aus dem Nichts Thamarit auf, ein

Knotenpunkt alter Karawanenwege, wie uns unser Marco-Polo Reiseführer zuvor verraten hat. Die

Stadt dehnt sich sehr weitläufig aus und besteht aus allenfalls 2-3 stöckigen, modernen, aber im Detail

sehr prächtigen Häusern. Wir durchfahren die Stadt und die befestigten Seitenstraßen darin, finden

aber nicht, wie wir gehofft haben, einen Soukh. Statt dessen gibt es in lang gestreckten, einstöckigen

Gebäuden eine Vielzahl kleinerer Geschäfte und Werkstätten, in denen sich die Bevölkerung offensichtlich mit dem Nötigen versorgt. Schon bald haben wir

das Sehenswerte in diesem Ort gesehen und machen uns, angesichts der immer stärker werdenden Hitze auf den Weg zurück nach Salalah.

Hier erledigen wir die restlichen Einkäufe eingedenk der Tatsache, dass wir dann ab morgen im Hilton ohne Auto gefangen sein werden. Wir tanken noch den Wagen voll und machen ihn so für die Rückgabe fertig, die für morgen früh um 10.00 Uhr im Hotel  vereinbart ist.

Den Rest des Tages verbringen wir am Pool, nachdem wir auf ca. 1.200 km in der vergangenen Woche so ziemlich alles gesehen haben, was in Dhofar auf geteerten Straßen erreichbar ist.

Am Abend ist wieder das fernöstliche Büffet angesagt. Die Speisekarte wiederholt sich offensichtlich wöchentlich. Dennoch, alles ist wunderbar zubereitet und sehr schmackhaft und wir genießen es.

Wir stellen aber an diesem Abend fest, dass der Oman fürwahr kein billiges Urlaubsland ist, insbesondere dann nicht wenn man bei der Ernährung auf ein Hotel wie das Hilton angewiesen wäre. Für das Frühstück berechnet das Hilton umgerechnet rd. 13,00 €, für das Abendbüfett werden rd. 25,00  € fällig. Es empfiehlt sich also dringend, bei einem Aufenthalt hier zumindest Halbpension zu buchen, denn es gibt eigentlich weit und breit keine Alternative, wohin man kulinarisch ausweichen könnte und bei der Buchung der 14–tägigen Pauschalreise ist der Unterschied zwischen Übernachtung mit Frühstück und Halbpension marginal. Legen wir einmal den im Zimmer ausgehängten Preis für Übernachtung mit Frühstück in der von uns gebuchten Kategorie zugrunde (135 OR), würden sich die Kosten auf 270,00 € für Übernachtung mit Frühstück zuzüglich ca. 50,00 € Abendbüfett, insgesamt also auf 320,00 € / Tag belaufen. Das Ganze für 14 Tage würde also rd. 4.480 € kosten. Rechnet man vorsichtig noch rd. 300,00 € / Person für den Flug hinzu, ist man schnell bei regulären Gesamtkosten von rd. 5.000,00 € für einen zwei Wochen Urlaub für 2 Personen im Oman, wie wir ihn absolviert haben. Die Auskunft des LTur Mitarbeiters in Bonn, mit rd. 2,500 € Gesamtkosten einschließlich Mietwagen sei diese Reise ein Schnäppchen, ist also nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Donnerstag den 16.6.2005

Die Rückgabe unseres Wagens hat leider nicht ganz so reibungslos geklappt wie die Übernahme. Bis 10.15 Uhr warte ich vergebens auf den Repräsentanten

von Budget Cars. Ein Telefonat aber klärt alles auf. Ich kann den Wagenschlüssel an der Rezeption hinterlegen und damit ist der Fall für uns erledigt.

Allerdings war der halbe Vormittag mit dieser Aktion erst einmal hinüber. Ein weiteres Mal aber hat mir die Rezeption des Hilton hier weiter geholfen.

Jetzt beginnt also der autolose Teil unseres Oman Urlaubs. Über diesen Tag gibt es nichts weiter zu

berichten. Wir verbringen den Tag am Pool ohne besondere Erlebnisse. Das Wetter ist weiterhin stabil

schön und sehr heiß. Allerdings weht den ganzen Tag über eine angenehme Prise vom Ozean her.

Obwohl wir nun schon 10 Tage im Land sind, stellen wir am Abend fest, dass die Sonne auch an unsere

auch schon vorgebräunt geglaubten Haut noch einmal ganze Arbeit geleistet hat. Ein leichter

Sonnenbrand überzieht unsere Körper nach diesem ausgiebigen Tag in der Sonne.

Den Höhepunkt dieses Tages bildet das abendliche Barbecue in der palmenbestandenen Gartenanlage

des Hilton. Wir genießen diesen Abend und die Vielfalt des kulinarischen Angebots in romantischer Atmosphäre unter den dezent erleuchteten Palmen.  Das

Wetter an diesem Abend ist für ein solches Vorhaben geradezu ideal. Temperaturen um die 25 ° C bei einem leichten, beständig vom Meer her wehenden

Wind machen im Gegensatz zur vergangenen Woche das Ganze zu einem Vergnügen. Heute Abend lasse ich mir von dem chinesischen Koch ein mongolisches

Gericht aus verschiedenen Sorten Fleisch und verschiedenen Sorten Gemüse mit erlesenen, teils scharfen Gewürzen zubereiten. Danach noch eine kleine

Tortilla aus der mexikanischen Ecke. Zum guten Schluss rundet noch ein feiner Nachtisch aus Bananen das Ganze ab. Nach gut 1 ½ Stunden ist auch dieses

kulinarische Feuerwerk, begleitet von dem gewohnt perfekten Service des Hilton vorüber und wir können glücklich und zufrieden diesen Urlaubstag

beschließen.

Freitag den 17.6.2005

Heute gilt es, die ersten Vorbereitungen für unsere Heimreise zu treffen. Der Transfer zum Flughafen muss mit dem Hilton geregelt werden. Aus unserer

Sicht reicht es, wenn wir gegen 16.00 Uhr zum Flughafen gebracht werden. Gegen 17.50 Uhr sollen wir dann in Richtung Muscat starten.  Von dort geht es

dann in der Nacht über Dubai und Zürich nach Düsseldorf.

Vielleicht gelingt es uns ja, dass wir unser Zimmer bis zum frühen Nachmittag behalten und den Tag bis zur Abreise noch am Pool genießen können. Wir werden sehen.

Nach dem Frühstück vereinbare ich völlig problemlos den Transfer mit dem Hotel. Wir fahren um 16.30 Uhr mit dem Hotelbus ab zum Flughafen und können unser Zimmer ohne weitere Kosten bis 16.00 Uhr benutzen. Das ist für uns fast ein ganzer gewonnener Urlaubstag. Auch in dieser Hinsicht zeigt sich das Hilton also von seiner besten Seite und stellt unsere Bedürfnisse in höchstem Maße zufrieden. Das sind einfach solche, für das Hotel sicherlich „Kleinigkeiten“, die den Gesamteindruck von einem solchen Urlaub entscheidend und nachhaltig mitprägen. An anderer Stelle hätten wir den Tag ab mittags um 12.00 Uhr wartend auf unseren Koffern in der Lobby verbringen müssen, denn weit und breit ist hier ja nichts anderes, als das Hotel.

Wir verbringen den Tag am Pool im Schatten eines Pavillons. Doch auch unser Bedürfnis nach Sonne, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt, ist irgendwann einmal befriedigt. Ich ziehe mich gegen 16.00 Uhr jedenfalls schon einmal aus der Sonne zurück.

Unser letztes Dinner im Hilton genießen wir an diesem Abend in einer besonderen Art und Weise, als plötzlich ein heißer Föhnwind das Restaurant durchweht und 4 schwarz eingehüllte Frauen unterschiedlichen Kalibers mit teils ebenso fülligen Kindern von der Terrasse her ins Restaurant eingeschwebt kommen. Sie inspizieren ausgiebig bis ins letzte Detail das Büffet und entschweben dann wieder, wie sie gekommen sind.

Nur wenig später treten als Kontrastprogramm sechs als Ölscheichs verkleidete Männer auf die Bühne. Vielleicht sind es aber auch richtige Ölprinzen, denn

in diesem Teil der Welt müssen sie sich ja nicht verkleiden. Jedenfalls gerät das Servicepersonal, insbesondere der Chef des Abends, in hektische

Betriebsamkeit. Die Herrschaften inspizieren ebenfalls ausgiebig alle angebotenen Speisen, heben jeden Deckel auf und prüfen mit Augen und Nasen, was

das Hilton heute Abend so zu bieten hat. Dann entschließen sie sich, zu bleiben. Zwei Tische werden rasch zusammengestellt, Stühle werden gerückt, die

Kopftücher der Männer werden zurecht gerückt und dann geht es los. Einer der jungen Männer telefoniert ununterbrochen mit seinem Handy, während er mit

der anderen, freien Hand diverse Salate auf den Teller zirkelt. Der etwas korpulentere von den Sechsen nimmt sich eine Tasse Gemüsesuppe, plackt sich in

seinen Stuhl am Tisch und trinkt die Tasse mit einem Zug aus. Für uns ist dieses rustikale Benehmen nicht gerade Hilton like, aber was soll’s.

Offensichtlich steigt mit dem scheinbaren Reichtum der Gäste die Toleranzschwelle sprunghaft an.  Letztendlich stört dieser

Auftritt bis dahin ja auch niemanden, wir finden ihn einfach lustig machen uns unsere eigenen Gedanken dahingehend, dass

diese jungen Leute das unbeobachtete, unbeschwerte und freie Leben im Nomadenzelt vielleicht noch nicht so lange hinter

sich haben. Jedenfalls hat ihnen ihr Kindermädchen vergessen, westliche Tischmanieren beizubringen. Vielleicht sind sie mit

Hilfe der Petrodollars aber auch einfach zu schnell in die westlich geprägte, zivilisierte Welt katapultiert worden.

Mit diesen Eindrücken beschließen wir unseren letzten Abend im Hilton.

 

 

 

 

Samstag den 18.6.2005

Gut ausgeschlafen starten wir mit einem letzten, üppigen Frühstück in diesen unseren letzten Omantag.  Als wir zurück ins Zimmer kommen, liegt ein Fax

unseres örtlichen Reiseveranstalters im Zimmer. Alle Rückflüge sind bestätigt und mit einem herzlichen Danke Schön bedankt sich Bahwan dafür, das wir

den Oman besucht haben. Das nennen wir perfekte Urlaubsbetreuung, wenn wir auch in der ganzen Zeit niemanden von Bahwan zu Gesicht bekommen haben.

Sie haben uns perfekt im Hintergrund auf unserer gesamten Reise betreut. Dickes Lob an dieser Stelle.

Ich lasse mit im Hotel unsere Rechnung  für die letzten 12 Tage fertig machen. 45 OR an Getränken ist o.k., wenn wir auch die Getränkepreise im Hilton für absolut überzogen halten. Es hätte ein Vielfaches sein können, wenn wir uns dank unseres Mietwagens nicht hätten selbst helfen können.

Den Rest dieses Tages bis zu unserem Abflug verbringen wir noch am Pool. Die Sonne hat es zum ersten Mal an diesem Morgen nicht geschafft, die sich in jeder Nacht über dem Meer aufbauende, schwere, dunkle Wolkenwand aufzulösen. Unermüdlich treibt der Wind die schweren, dunklen Wolken ins Hinterland, die aber heute ständig Nachschub vom Meer her bekommen. Es kann nun also nicht mehr weit zum Beginn der Khareef Saison sein.  Der Himmel bleibt an diesem Tag bis zum Mittag bedeckt. Dann schafft es die Sonne doch, die Wolken aufzulösen und der Seewind tut ein übriges, diesen Tag zu einem weiteren Sonnentag werden zu lassen, der uns den Abschied aus dem Oman nicht gerade leichter macht.

Pünktlich um 16.30 Uhr starten wir Richtung Flughafen. Mit den Umsteigeaufenthalten in Muscat und Dubai wird es doch eine ziemlich anstrengende und langwierige Reise, die allerdings ohne größere Probleme oder Ärgernisse am Sonntag dann doch glücklich um 13.00 Uhr vor unserer Haustüre in Königsfeld endet.

Alles in allem blicken wir auf einen, in jeder Hinsicht gelungenen Urlaub zurück, der all unsere Erwartungen bei weitem übertroffen hat. Dass Deutschland uns mit Temperaturen um die 30 ° C begrüßt, machte das Wiedersehen dann doch auch zu einem freudigen Erlebnis. Doch, wir waren auch wirklich froh, wieder glücklich hier gelandet zu sein und stellten schon beim Anflug auf Düsseldorf mit all dem Grün erneut fest, auch Deutschland ist ein sehr schönes Land, und eben halt auch, unsere Heimat.

Reisetips

Bildergalerie Teil I

Bildergalerie Teil II