Unser Häuschen in Wehr

 



Gemütliche Eckchen laden zum Verweilen im Freien ein

 

2007 schien einfach ein ganz schlechtes Jahr für uns zu werden.

Eigentlich bahnte es sich bereits 2006 im November an. Da kündigten sich bei mir erste massive gesundheitlichen Probleme an, die sich dann im Frühjahr 2007 massiv fortsetzten. Richtig froh war ich, als ich Ende Mai 2007 wieder an meinen Schreibtisch zurück kehren konnte. Eigentlich wie neu geboren.

Dann kam der nächste Hammer. Nach 13 Jahren bekamen wir die schlichte Kündigung wegen Eigenbedarfs für das von uns in Königsfeld gemietete Haus.  Für uns bedeutete das das Aus mit dem Traum vom gemütlichen Ruhestand in Königsfeld. Wir mussten uns etwas Neues einfallen lassen. Nach den glücklich überstandenen Erkrankungen für uns eine sehr große Herausforderung.

Das alles war nicht ganz einfach, denn neben unserer Arbeit, die uns tagsüber noch fesselte, blieb uns nur wenig Zeit, uns intensiv um die Unterbringungsfrage für die Zeit danach zu kümmern. Außerdem schwankten wir noch hinsichtlich der Standortfrage. Zurück in die Pfalz oder im Rheinland bleiben, das war die Frage? Dort unten in der Pfalz lebte der Rest der Familie, hier oben in der Eifel hatte ich neben vielen Freunden und Bekannten meine Ärzte, auf die ich auch in den kommenden Jahren dringend angewiesen sein würde.

Im Oktober wurde ich dann 60 Jahre alt und meine Pensionierung rückte immer näher. Am 18. Januar 2008  hatte ich dann meinen letzten Arbeitstag in Bonn, während Edith bereits Anfang Dezember ihren Resturlaub vor Eintritt in die Freistellungsphase der Altersteilzeit am 1.1.2008 antrat.

Jetzt waren wir frei und konnten uns intensiv um eine neue Bleibe kümmern. Bis zum Ablauf unserer Kündigungsfrist im Juni 2008 war zwar noch ein wenig hin, aber die Zeit flog nur so dahin und wir wollten jetzt auch so schnell wie möglich raus aus dem ganzen Schlamassel.

Zunächst konzentrierten wir unsere Suche auf die Pfalz, sammelten ein paar Angebote, die wir dann während eines mehrtägigen Aufenthaltes nacheinander vor Ort in Augenschein nahmen und prüften. Alles, was wir da unten zu sehen bekamen entsprach allerdings auch nicht annähernd  unseren Vorstellungen. Es lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Überteuerter Schrott.

Parallel dazu durchforsteten wir die Immobilienangebote in unserer Gegend wobei wir sowohl Miet- wie Kaufangeboten offen gegenüber standen. Nach zwei Eienbedarfskündigungen in Folge wollten wir nun aber Wohneigentum den Vorzug geben. Der bisher drohende, beruflich bedingte Umzug nach Berlin war ja nun kein Thema mehr.

Und dann fanden wir eine kleine Zeitungsannonce über unser jetziges Häuschen in Wehr. Die erste Besichtigung schlossen wir beide mit höchst unterschiedlichen Gefühlen ab. Sowohl im Haus als auch drum herum gab es jede Menge zu tun. Es sah gelinde ausgedrückt alles etwas verwildert aus. Dennoch reichte zumindest meine Phantasie aus um mir auszumalen, dass wir hier einen erfüllten Lebensabend verbringen könnten. Mit 5 Zimmern und 125 qm Wohnfläche bot das Häuschen genügend Platz, auch wenn die aus den 70 er Jahren stammende Erstausstattung in Bad und Küche komplett erneuert und unserem Geschmack angepasst werden musste. Ebenso wartete in dem seit ca. drei Jahre brach liegenden, rd. 860 qm großen Garten jede Menge Arbeit auf uns.

Mit der Erbengemeinschaft als Eigentümer wurden wir uns relativ rasch über den Kaufpreis einig, nachdem wir zuvor noch mit unseren befreundeten Fachleuten vom Bau durch das Haus gegangen waren, um die Bausubstanz zu begutachten, damit wir ja keine gravierenden Baumängel übersehen würden. Deren Urteil fiel positiv aus und so marschierten wir kurz nach Karneval zum Notar und beurkundeten den Fall. Eigentlich wollten wir uns mit unseren 60 Jahren nicht mehr solch ein Objekt ans Bein binden, sondern hatten mit unseren Ersparnissen eigentlich anderes vor. Auf der anderen Seite aber war unser Bedarf an Eigenbedarfskündigungen nun hinreichend gedeckt, denn Königsfeld war nach Oberwinter die zweite dieser Art in Folge. Letztlich zog das Argument, hier schmeißt uns keiner mehr raus.

Bereits im März begannen wir mit der Rodung und fast vollständigen Umgestaltung der Außenanlagen. Eine mühsame Arbeit, aber ganz allmählich bekam schon das Drum Herum ein Gesicht. Gleichzeitig fingen wir mit der Innenrenovierung an. Das Bad musste komplett raus, ebenso die Fliesen in der Küche. Der Fußbodenbelag im Erdgeschoss war ebenfalls nicht mehr zeitgemäß und wurde entsorgt. Die gesamte Elektroinstallation wurde auf den heutigen Stand der Technik gebracht. Die dunkle Holzverkleidung machte den kleinen Flur noch kleiner und musste ebenfalls weichen. Alle drei Schichten Tapeten an den Wänden segneten das Zeitliche und wurden durch weiß gestrichene Raufasertapeten ersetzt. Alles sollte hell und freundlich und damit auch etwas großzügiger werden. Auch die buckligen Waschbetonplatten auf der großzügigen Terrasse fanden eine neue Verwendung und wichen einem vollständig neu aufgebauten Plattenbelag.

Am 10. Mai war es dann so weit. Der Umzugswagen brachte an zwei Tagen unsere gesamte Habe von Königsfeld nach Wehr und nun waren wir hier zuhause. Die Freude über unser neues, altes Heimchen überwog die Abschiedswehmut über fast 14 Jahre Königsfeld.

Und heute haben wir immer noch genug zu tun. Weitere Pläne, wie wir unser Häuschen weiter verschönern können, warten noch auf ihre Verwirklichung und wir bleiben dran.

Wehr als Wohnort, besser hätten wir es nach unseren bisherigen Erlebnissen hier nicht treffen können.

Und unsere Freunde aus dem Vinxtbachtal, die uns bei unserem Vorhaben in Wehr tatkräftig unterstützt haben sind weiterhin in erreichbarer Nähe. Auch das wollen wir nicht unterschätzen und wissen es auch in Zukunft zu würdigen.

So also hat sich einmal mehr mein alter Spruch bewahrheitet:

Nichts auf der Welt ist so schlecht, als dass es nicht für etwas gut sein könnte.

     


Besucher in unserem Garten

 

Und was wir bisher geleistet haben, zeigen die Bildchen.

Unser Garten 2009

Unser Garten im Mai 2016

Unser Garten im Juni 2016